Der japanische Yen könnte nach Einschätzung von MUFG-Devisenstratege Lloyd Chan weiter unter Druck geraten. Hintergrund sind anhaltende Energiepreisschocks infolge der Spannungen im Nahen Osten sowie verschobene Erwartungen an eine Zinserhöhung durch die Bank of Japan, die nun frühestens im Juni gesehen wird. Gleichzeitig steigt jedoch das Risiko eines Eingreifens der Notenbank, da die Yen-Schwäche die importierte, ölgetriebene Inflation verstärkt und damit weiteren Kursverlusten Grenzen setzen könnte.
"Unterdessen schloss der Brent-Ölpreis erstmals in den vergangenen sieben Handelstagen über 100 US-Dollar je Barrel, nachdem es im Nahen Osten zu einer geopolitischen Konfrontation zwischen den USA und dem Iran gekommen war. Während Präsident Trump den Waffenstillstand einseitig und auf unbestimmte Zeit verlängert hat, deuten die anhaltende Blockade iranischer Häfen und die Ablehnung von Friedensgesprächen durch den Iran auf eine länger andauernde Störung der Energieflüsse durch die Straße von Hormus hin."
"Da keine schnelle Lösung in Sicht ist, sind die Risiken einer anhaltenden, ölgetriebenen Inflation gestiegen. Gleichwohl deutet die Verlängerung des Waffenstillstands darauf hin, dass die Bereitschaft zu einer weiteren Eskalation derzeit begrenzt ist, was die allgemeine Risikostimmung leicht stützt."
"Vor diesem Hintergrund haben die Märkte ihre Netto-Long-Positionen im US-Dollar beibehalten, während der Yen kurzfristig weiter unter Druck geraten könnte, da der Energieschock anhält und die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Bank of Japan auf frühestens Juni verschoben werden."
"Gleichzeitig könnte eine stärkere Abwertung des Yen zunehmend auf das Risiko von Interventionen der Bank of Japan treffen, insbesondere da die Yen-Schwäche die Weitergabe der ölgetriebenen Inflation zusätzlich verstärken würde."