Antje Praefcke von Commerzbank warnt, dass die Einkaufsmanagerindizes (PMI) der Eurozone im April auf oder unter die Marke von 50 fallen könnten. Der Krieg im Nahen Osten belaste Aufträge und Produktion. Zugleich erschwerten anhaltend hohe Energiepreise die Geldpolitik der Europäische Zentralbank, da sie Zweitrundeneffekte bei der Inflation verstärken könnten und gleichzeitig das Wachstum bedrohten.
„Nachdem der deutsche ZEW-Index für April bereits gestern enttäuscht hat, dürften die heutigen Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone ebenfalls stark vom Krieg im Nahen Osten beeinflusst sein. Sie waren bereits im März infolge des Konflikts deutlich gesunken, blieben jedoch über der Marke von 50 und damit im expansiven Bereich, da eine rasche Lösung des Konflikts für möglich gehalten wurde.“
„Im April könnten die PMIs jedoch sogar auf oder unter 50 fallen, was auf eine Schrumpfung hindeuten würde. Schließlich könnten sich erste Auswirkungen des Krieges bereits in den Auftragsbüchern und in der Produktion widerspiegeln.“
„Je länger die Energiepreise hoch bleiben, desto wahrscheinlicher werden Zweitrundeneffekte – das heißt, die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass es sich bei dem Preisschock nur um ein vorübergehendes Phänomen handelt. Folglich müsste die EZB umso früher handeln.“
„Je länger der Konflikt andauert, desto größer wird das Dilemma der EZB und desto düsterer wird aus meiner Sicht der Ausblick für die Eurozone – und damit letztlich auch für den Euro.“
„Gleichzeitig erhöhen ein anhaltender Konflikt und hohe Energiepreise das Risiko, dass die Folgen für die Wirtschaft gravierender ausfallen und ein Abschwung droht, der durch steigende Zinsen zusätzlich verschärft werden könnte.“