NZD/USD zieht sich zurück, nachdem es am Vortag über 1,25 % zugelegt hatte, und notiert während der asiatischen Handelszeiten am Freitag um 0,5900. Das Paar wertet ab, da der Neuseeland-Dollar (NZD) nach der Veröffentlichung schwächerer mittlerer Wirtschaftsdaten aus dem Land gedämpft bleibt.
Der ANZ-Roy Morgan Verbrauchervertrauensindex fiel im April auf 80,3 von 91,3 im März und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Mai 2023. Der Index ist in den letzten zwei Monaten um 20 Punkte gefallen, nachdem der Nahostkonflikt ausgebrochen war, der die Energiepreise stark ansteigen ließ.
Außerdem sanken die saisonbereinigten Baugenehmigungen in Neuseeland im März im Monatsvergleich um 1,3 % und kehrten damit einen zuvor nach oben revidierten Anstieg von 2,8 % im Februar um. Dies stellt die erste Kontraktion bei den Baugenehmigungen seit Dezember letzten Jahres dar.
Das NZD/USD-Paar steht auch unter Druck, da der anhaltende Nahostkonflikt die Nachfrage nach dem sicheren Hafen US-Dollar (USD) unterstützt. Bloomberg berichtete am Donnerstag, dass US-Präsident Donald Trump ankündigte, die maritime Blockade iranischer Häfen aufrechtzuerhalten, angesichts der Befürchtung, dass die wichtige Straße von Hormus kurzfristig nicht wieder geöffnet wird. Trump kritisierte zudem die Bemühungen des Kongresses, seine Kriegsvollmachten einzuschränken, darunter einen kürzlich abgelehnten Vorschlag des Senats am selben Tag.
Unterdessen beließ die US-Notenbank (Fed) am Mittwoch ihren Leitzins unverändert, wie erwartet. Fed-Chef Jerome Powell stellte fest, dass der wirtschaftliche Ausblick weiterhin sehr unsicher sei und fügte hinzu, dass der Nahostkonflikt zu dieser Unsicherheit beitrage.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.