Das Paar AUD/USD driftet am Freitag im frühen asiatischen Handel auf rund 0,7200 ab. Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten stärken weiterhin eine sichere Hafenwährung wie den US-Dollar (USD) gegenüber dem Aussie. Die Marktteilnehmer werden den US ISM-Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe im April beobachten, der später am Freitag veröffentlicht wird.
CNN berichtete am Donnerstag, dass US-Präsident Donald Trump sich über die Bemühungen des Kongresses beschwerte, seine Kriegsvollmachten einzuschränken, von denen der Senat heute Nachmittag zuletzt abgelehnt hat. Trump sollte am Freitag von Pentagon-Beamten über aktualisierte militärische Optionen gegenüber Iran informiert werden.
Bereits am Donnerstag erklärte der US-Präsident, er halte an einer Seeblockade iranischer Häfen fest, angesichts der Befürchtung, dass die wichtige Straße von Hormus nicht so bald wieder geöffnet werde.
Die australische Gesamtinflation des Verbraucherpreisindex (VPI) stieg im März im Jahresvergleich auf 4,6 %, hauptsächlich aufgrund von Preisschocks bei Kraftstoffen im Zusammenhang mit den anhaltenden Konflikten im Nahen Osten. Obwohl die Zahl leicht unter der Prognose von 4,7 % lag, bleibt sie deutlich über dem Zielbereich der Reserve Bank of Australia (RBA), was den Druck auf die Zentralbank erhöht, die Zinsen anzuheben. Eine hawkische Haltung der RBA könnte dazu beitragen, die Verluste des Australischen Dollars (AUD) kurzfristig zu begrenzen.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.