Der Euro (EUR) schwächt sich am Dienstag gegenüber dem Kanadischen Dollar (CAD) ab, da die steigenden Ölpreise im Zusammenhang mit dem US-Iran-Konflikt den rohstoffgebundenen Loonie weiterhin stützen, obwohl die jüngsten kanadischen Inflationsdaten schwächer als erwartet ausfielen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert EUR/CAD bei rund 1,5970 und bewegt sich nahe Zweitwochentiefs.
Statistics Canada berichtete am Dienstag, dass der Verbraucherpreisindex (VPI) Kanadas im April um 0,4 % gegenüber dem Vormonat gestiegen ist, was eine Verlangsamung gegenüber dem Anstieg von 0,9 % im März darstellt und die Markterwartungen von 0,6 % verfehlte. Auf Jahresbasis beschleunigte sich der VPI auf 2,8 % von zuvor 2,4 %, lag jedoch weiterhin unter der Prognose von 3,1 %.
Unterdessen sank der Kern-VPI der Bank of Canada (BoC) im April auf 2,1 % im Jahresvergleich von 2,5 % im Vormonat, was darauf hindeutet, dass die höheren Energiepreise noch nicht in breitere Inflationsdrucke übergegangen sind.
Die schwächer als erwarteten Inflationsdaten, kombiniert mit den Anfang des Monats veröffentlichten schwächeren Arbeitsmarktzahlen, könnten es der Bank of Canada (BoC) ermöglichen, ihre derzeitige geldpolitische Haltung unverändert zu lassen, da die Entscheidungsträger weiterhin die Auswirkungen der höheren Energiepreise ausblenden.
Die Märkte rechnen jedoch weiterhin mit der Möglichkeit einer Zinserhöhung später in diesem Jahr, falls die durch Öl verursachten Preisdrucke breiter in die Wirtschaft einfließen sollten.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Inflationsdaten der Eurozone, die am Mittwoch veröffentlicht werden und neue Hinweise auf den geldpolitischen Ausblick der Europäischen Zentralbank (EZB) geben könnten. Ökonomen erwarten, dass der Kern-Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) im April unverändert bei 2,2 % im Jahresvergleich bleibt, während auch der monatliche Gesamt-HVPI voraussichtlich stabil bei 1,0 % bleibt.
Händler rechnen derzeit mit mindestens zwei Zinserhöhungen der EZB bis zum Jahresende. Die starke Abhängigkeit der Eurozone von importierter Energie und das wachsende Risiko eines langsameren Wirtschaftswachstums werfen jedoch Fragen auf, ob die Europäische Zentralbank die Zinsen so stark anheben kann, wie es die Märkte erwarten.
EZB-Politiker François Villeroy de Galhau sagte am Dienstag, die Zentralbank „wird bereit sein, bei Bedarf zu handeln“, während Joachim Nagel erklärte, dass die EZB ihre Entscheidung im Juni auf Basis der eingehenden Daten treffen werde. Nagel warnte zudem, dass sich die Eurozone vom Basisszenario der Wirtschaftsentwicklung entfernt und der aktuelle Energieschock anhaltender zu sein scheint.