EUR/USD baut am Donnerstag frühere Verluste ab, da Händler eine Reihe von US-Wirtschaftsdaten verarbeiten, die die Nachfrage nach dem US-Dollar (USD) trotz erhöhter geopolitischer Spannungen im Nahen Osten dämpfen. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Berichts notiert das Paar bei rund 1,1627 und erholt sich damit von einem Intraday-Tief von 1,1586.
Der Euro (EUR) profitiert von einem schwächeren Greenback, wobei die Kursentwicklung weitgehend von den Dynamiken des US-Dollars und den anhaltenden Schlagzeilen rund um den US-Iran-Krieg getrieben wird.
Der Kernpreisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE), der von der Federal Reserve (Fed) bevorzugte Inflationsindikator, stieg im April um 0,2 % im Monatsvergleich, was unter den Markterwartungen lag und unter dem Anstieg von 0,3 % im März. Auf Jahresbasis kletterte der Kern-PCE von 3,2 % im März auf 3,3 % und entsprach damit den Analystenprognosen.
Obwohl die Daten zeigen, dass die Inflation weiterhin deutlich über dem 2%-Ziel der Fed liegt, bot die weichere Monatsrate den Märkten etwas Erleichterung und belastete den US-Dollar, da Händler dies als Zeichen dafür werteten, dass der zugrunde liegende Inflationsdruck vorerst eingedämmt bleibt.
Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenbacks gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen misst, notiert bei rund 99,15 und gibt damit nach, nachdem er zuvor am Tag ein Sieben-Wochen-Hoch von 99,54 erreicht hatte.
Weitere Daten zeigten, dass die US-Wirtschaft im ersten Quartal 2026 mit einer annualisierten Rate von 1,6 % gewachsen ist, nach 0,5 % im Vorquartal, aber unter dem im vorläufigen Bericht geschätzten Wachstum von 2 % lag.
Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen in der letzten Woche auf 215.000, über den Markterwartungen von 211.000 und höher als die 210.000 der Vorwoche. Die Bestellungen langlebiger Güter stiegen im April um 7,9 %, übertrafen die Prognosen und erholten sich deutlich von dem vorherigen Rückgang von 1,3 %.
Auf geopolitischer Ebene bleiben Händler skeptisch hinsichtlich der Aussichten auf einen Friedensvertrag zwischen den USA und dem Iran, nachdem beide Seiten Anfang der Woche Berichten zufolge neue Angriffe ausgetauscht haben. Die anhaltende geopolitische Unsicherheit könnte helfen, die Abwärtsrisiken beim US-Dollar zu begrenzen und gleichzeitig die Ölpreise auf einem hohen Niveau zu halten.
Steigende Ölpreise halten die Inflationsrisiken im Fokus und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass wichtige Zentralbanken, darunter die Federal Reserve (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB), ihre restriktive Geldpolitik länger aufrechterhalten müssen.