Der Goldpreis (XAU/USD) notiert während der europäischen Handelssitzung am Donnerstag um 1,43 % niedriger bei rund 4.390 USD, nahe seinem frischen Zwei-Monats-Tief von 4.366,56 USD, das zuvor am Tag erreicht wurde. Das Edelmetall steht unter starkem Verkaufsdruck, da die erneute Nahostkrise die Ölpreise angetrieben hat.
Früher am Tag erklärte der Islamische Revolutionsgarden-Korps (IRGC) Irans, dass es US-Militärstützpunkte in der Golfregion als Vergeltung für die Angriffe Washingtons nahe dem Flughafen Bandar Abbas angegriffen habe und drohte mit einer entschlosseneren Reaktion, falls es erneut zu Angriffen komme.
Theoretisch erhöhen eskalierende geopolitische Spannungen die Nachfrage nach sicheren Häfen wie Gold; dennoch hat das Edelmetall seit Beginn des Nahostkriegs unterdurchschnittlich abgeschnitten.
Der Grund für den niedrigeren Goldpreis sind erhöhte Energiepreise, die in den Vereinigten Staaten (US) inflationsfördernde Effekte ausgelöst haben und Händler dazu zwangen, ihre dovishen Wetten auf die Federal Reserve (Fed) zurückzufahren. Gemessen am Verbraucherpreisindex (CPI) lag die US-Kerninflation im April mit 3,8 % im Jahresvergleich (YoY) auf dem höchsten Stand seit fast drei Jahren.
Laut dem CME FedWatch Tool liegen die Chancen, dass die Fed die Zinssätze in diesem Jahr auf dem aktuellen Niveau hält, bei 43,1 %, während der Rest mindestens eine Zinserhöhung in diesem Jahr erwartet. Dies ist eine deutliche Kehrtwende gegenüber den zwei Zinssenkungen, die vor Beginn des Nahostkriegs erwartet wurden.
Das Szenario steigender hawkisher Fed-Wetten spricht für höhere Renditen bei zinstragenden Anlagen, was letztlich die Attraktivität von nicht verzinslichen Anlagen wie Gold schmälert.
Unterdessen warten Anleger auf die US-Daten zum Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE) für April, die um 12:30 GMT veröffentlicht werden. Die US-PCE-Inflationsdaten werden genau beobachtet, um neue Hinweise auf den geldpolitischen Ausblick der Fed zu erhalten.
Es wird erwartet, dass die US-PCE-Inflation mit 3,8 % im Jahresvergleich (YoY) schneller gewachsen ist als der vorherige Wert von 3,5 %.

XAU/USD notiert niedriger bei rund 4.390 USD und behält eine kurzfristig bärische Tendenz bei, da der Preis unter dem 20-Tage-Exponentiellen gleitenden Durchschnitt (EMA) bei 4.567,61 USD bleibt. Das Edelmetall steht nach einer Reihe von tieferen Schlusskursen weiterhin unter anhaltendem Verkaufsdruck, während der Relative-Stärke-Index (14) sich dem überverkauften Bereich nahe 35 nähert, was darauf hindeutet, dass die Abwärtsdynamik noch vorherrscht, aber sich einer Erschöpfung nähern könnte.
Auf der Oberseite stellt der 20-Tage-EMA bei 4.567,61 USD den ersten wichtigen Widerstand dar und muss zurückerobert werden, um den aktuellen Abwärtsdruck zu mildern und den Weg für eine stärkere Erholung in Richtung des Hochs vom 15. Mai bei 4.665 USD zu öffnen. Nach unten könnte der Goldpreis eine neue Abwärtsbewegung in Richtung des Tiefs vom 23. März bei 4.098,88 USD starten, falls er unter dem Zwei-Monats-Tief von 4.366,56 USD entscheidend schließt.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.