Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB) und Gouverneur der Bank von Griechenland, Yannis Stournaras, sagte in einem Interview mit der griechischen Zeitung Kathimerini, das am Mittwoch stattfand und während der europäischen Handelssitzung am Donnerstag veröffentlicht wurde, dass das aktuelle Umfeld eine „vorsichtige Anpassung“ in Richtung restriktiver Politik erfordert und eine Zinserhöhung bei der Zinssitzung im Juni nun sehr wahrscheinlich ist.
Stournaras von der EZB fügte hinzu, dass die Zentralbank darauf abzielt, Zweitrundeneffekte zu verhindern, ohne der wirtschaftlichen Aktivität übermäßigen Schaden zuzufügen.
Nach den Äußerungen von EZB-Stournaras ist keine unmittelbare Reaktion im EUR/USD zu beobachten, die hauptsächlich von der Marktstimmung getrieben wird. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert EUR/USD 0,13 % niedriger bei rund 1,1610, nachdem ein Großteil der Verluste wieder aufgeholt wurde.
Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.
In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.
Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.