Silber (XAG/USD) steigt am Freitag stark an und notiert zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei rund 82,60 USD, ein Tagesplus von 5,40 %, da der US-Dollar (USD) schwächer wird und die Märkte den Ausblick für die US-Geldpolitik neu bewerten.
Die Rallye des Edelmetalls erfolgt, während sich die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten zu entspannen scheinen. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi kündigte an, dass die Straße von Hormus während der aktuellen Waffenstillstandsperiode für Handelsschiffe vollständig geöffnet wurde. Die Ankündigung markiert eine bedeutende Deeskalation nach Wochen der Spannungen um eine der strategisch wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt.
Nach den Nachrichten fielen die Ölpreise deutlich, da die Befürchtungen einer Versorgungsunterbrechung nachließen. West Texas Intermediate (WTI) sank auf rund 80 USD pro Barrel und verzeichnete damit einen der stärksten Tagesverluste der letzten Wochen. Die Wiedereröffnung der Straße wird voraussichtlich stabilere Rohöllieferungen durch den Golf ermöglichen und einen Teil des geopolitischen Risikoaufschlags in den Energiepreisen abbauen.
Der Rückgang der Ölpreise mildert die unmittelbaren Inflationssorgen und veranlasst die Anleger, den Kurs der US-Geldpolitik neu zu bewerten. Niedrigere Energiepreise verringern den Druck auf die Verbraucherpreise und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die Federal Reserve (Fed) später in diesem Jahr Zinssenkungen vornehmen könnte.
Die Märkte bewerten nun eine 38,2%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte bis zum Jahresende, nach 25,9 % am Vortag, so das CME FedWatch Tool. Niedrigere Zinssätze unterstützen tendenziell unverzinsliche Anlagen wie Edelmetalle, da sie die Opportunitätskosten für deren Halten senken.
Gleichzeitig bleibt der US-Dollar unter Druck. Der US-Dollar-Index (DXY), der den Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen misst, notiert nahe mehrwöchigen Tiefständen bei rund 97,80. Der schwächere USD macht Silber für internationale Investoren attraktiver und verstärkt die Aufwärtsdynamik des Metalls.
Trotz der verbesserten globalen Risikostimmung infolge der diplomatischen Entwicklungen bieten der schwächere US-Dollar und die erneuten Erwartungen an eine geldpolitische Lockerung eine starke Unterstützung für Edelmetalle. Die Anleger werden nun die Entwicklungen rund um mögliche US-Iran-Verhandlungen am Wochenende sowie die bevorstehenden Kommentare von Fed-Vertretern vor der Blackout-Periode vor der nächsten Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) genau beobachten.
Silber ist ein Edelmetall, das bei Investoren sehr gefragt ist. Es wurde in der Vergangenheit als Wertanlage und Tauschmittel verwendet. Obwohl Silber weniger populär ist als Gold, können Anleger es wegen seines inneren Wertes zur Diversifizierung ihres Anlageportfolios oder als potenzielle Absicherung in Zeiten hoher Inflation nutzen. Anleger können Silber physisch in Form von Münzen oder Barren kaufen oder über Instrumente wie börsengehandelte Fonds handeln, die den Silberpreis an den internationalen Märkten nachbilden.
Der Silberpreis kann durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden.Geopolitische Instabilität oder die Angst vor einer tiefen Rezession können den Silberpreis aufgrund seines Status als sicherer Hafen in die Höhe treiben, wenn auch in geringerem Maße als Gold. Als Vermögenswert ohne Zinsen steigt der Silberpreis tendenziell, wenn die Zinssätze sinken. Seine Bewegungen hängen auch von der Entwicklung des US-Dollars (USD) ab, der wiederum von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden kann. Ein starker Dollar hält den Silberpreis tendenziell niedrig, während ein schwächerer Dollar den Preis wahrscheinlich nach oben treibt. Andere Faktoren wie die Investitionsnachfrage, das Minenangebot - Silber wird viel häufiger abgebaut als Gold - und die Recyclingquoten können sich ebenfalls auf die Preise auswirken.
Silber wird häufig in der Industrie verwendet, insbesondere in Bereichen wie Elektronik und Solarenergie, wo es eine der höchsten elektrischen Leitfähigkeiten aller Metalle aufweist - höher als die von Kupfer und Gold. Ein Anstieg der Nachfrage kann zu höheren Preisen führen, während ein Rückgang tendenziell zu niedrigeren Preisen führt. Die Dynamik der Volkswirtschaften der USA, Chinas und Indiens kann ebenfalls zu Preisschwankungen beitragen: In den USA und insbesondere in China wird Silber in verschiedenen Prozessen der großen Industriezweige eingesetzt; in Indien spielt auch die Nachfrage der Verbraucher nach dem Edelmetall für Schmuck eine wichtige Rolle bei der Preisbildung.
Der Silberpreis folgt in der Regel den Bewegungen des Goldpreises. Wenn der Goldpreis steigt, folgt der Silberpreis in der Regel diesem Trend, vor allem weil beide als sichere Anlage gelten. Das Gold-Silber-Verhältnis, das angibt, wie viele Unzen Silber benötigt werden, um den Wert einer Unze Gold zu erreichen, kann helfen, die relative Bewertung der beiden Metalle zu bestimmen. Einige Anleger halten ein hohes Verhältnis für einen Indikator dafür, dass Silber unterbewertet und Gold überbewertet ist. Umgekehrt könnte ein niedriges Verhältnis darauf hindeuten, dass Gold im Vergleich zu Silber unterbewertet ist.