Der Goldpreis (XAU/USD) verliert im frühen asiatischen Handel am Mittwoch an Boden und fällt auf rund 4.500 USD. Das Edelmetall setzt den Rückgang fort, da neue US-Militärschläge gegen den Iran die Hoffnungen auf einen Friedensvertrag dämpften und die Befürchtungen verstärkten, dass anhaltende Inflation die Zinsen länger hoch halten könnte.
Die Sicherheit in der Straße von Hormus blieb unklar, nachdem sich die USA und der Iran am Dienstag gegenseitig angegriffen hatten, und das US-Zentralkommando wies Berichte zurück, wonach das Militär Schiffe eskortieren würde.
Die erneuten Zusammenstöße ereigneten sich nur wenige Stunden, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, die Verhandlungen mit Teheran zur Verlängerung des Waffenstillstands und zur Wiedereröffnung der wichtigen Wasserstraße würden voranschreiten.
„Während die Hoffnung auf einen US-Iran-Deal etwas Unterstützung bietet, bleibt die Lage fragil und anhaltend, da Inflationsängste weiterhin auf Edelmetallen lasten“, sagte Ryan McKay, Senior Commodity Strategist bei TD Securities.
Kevin Warsh wurde am Freitag als Vorsitzender der US-Notenbank (Fed) vereidigt. Er übernahm die Führung der US-Zentralbank angesichts wachsender Erwartungen an eine straffere globale Geldpolitik. Es ist erwähnenswert, dass Gold oft in Zeiten geopolitischer Unsicherheit genutzt wird, aber keine Zinsen abwirft, was es bei hohen Zinssätzen weniger attraktiv macht.
Händler rechnen laut dem CME FedWatch Tool nun mit einer 39,0%igen Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Zinsen bis zum Jahresende um 25 Basispunkte (bps) anheben wird.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.