Der Goldpreis (XAU/USD) liegt während der europäischen Handelssitzung am Donnerstag um 0,7 % niedriger bei knapp 4.030 USD. Das Edelmetall steht unter Verkaufsdruck, da die globalen Inflationssorgen angesichts der erhöhten Energiepreise im Zuge der sich ausweitenden militärischen Aggression zwischen den Vereinigten Staaten (US) und dem Iran bestehen bleiben.
Im Tagesverlauf hat ein Drohnenabsturz auf einen Öltanker im Basra-Terminal im Irak zur Aussetzung der Rohölladung an allen irakischen Terminals geführt. Dies hat die Befürchtungen einer geringeren Ölversorgung erneuert, ein Szenario, das die Energiepreise hoch halten wird.
Das Szenario höherer Energiepreise entankert die globalen Inflationserwartungen, was Befürchtungen über eine restriktive Geldpolitik der Zentralbanken schürt. Theoretisch sind höhere Zinserwartungen negativ für nicht renditeträchtige Anlagen wie Gold.
Der Krieg zwischen den USA und dem Iran könnte sich weiter verschärfen, da US-Präsident Donald Trump laut seinen Äußerungen in einem Interview mit Fox News am Mittwoch damit gedroht hat, die Streitkräfte zu autorisieren, iranische Infrastruktur wahrscheinlich nächste Woche anzugreifen, falls die Nation nicht zu Verhandlungen zurückkehrt.
Unterdessen dürften sich die nachlassenden hawkishen Erwartungen an die Fed begrenzend auf die Abwärtsbewegung des Goldpreises auswirken. Die Händler haben die Zinserwartungen der Fed zurückgeschraubt, da die US-Verbraucher- und Produzenteninflation im Juli nachgelassen hat.
Nach dem CME FedWatch Tool sind die Chancen für eine Zinserhöhung der Fed bei der Juli-Sitzung auf 10,2 % gesunken, nachdem sie vor einer Woche noch bei 24,6 % lagen.

XAU/USD notiert niedriger bei rund 4.030 USD und behält einen kurzfristig bärischen Ton bei, da der Kurs unter dem 20-Perioden exponentiellen gleitenden Durchschnitt (EMA) bei 4.113,96 USD bleibt.
Die Abwärtsneigung wird durch einen mittleren Relative Strength Index (RSI) um 40 verstärkt, was auf einen schwachen, aber anhaltenden Verkaufsdruck und nicht auf eine überverkaufte Erschöpfung hindeutet.
Auf der Oberseite ist der erste Widerstand klar durch den 20-Tage-EMA bei 4.113,96 USD definiert, und ein nachhaltiger Ausbruch über diese Barriere wäre erforderlich, um den aktuellen Abwärtsdruck zu mildern. Nach unten könnte der Goldpreis in Richtung des Tiefs vom 28. Oktober bei 3.886,62 USD fallen, falls er unter das Tief vom 30. Juni bei 3.941,76 USD fällt.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.