Der Goldpreis fällt um über 1,80 %, da die Spannungen zwischen den USA und Iran Befürchtungen über eine mögliche Ölversorgungsunterbrechung schüren, die Energiepreise steigen lassen und möglicherweise eine weitere Inflationsrunde auslösen. XAU/USD notiert bei 3.994 USD.
Die Auswirkungen des Nahostkonflikts spiegeln sich deutlich in der Stärke des US-Dollars wider. Der Greenback legt um etwa 0,24 % zu, gemessen am US-Dollar-Index (DXY). Der DXY, der den Wert des Dollars gegenüber seinen Pendants verfolgt, steht bei 100,74 und liegt damit noch unter der Marke von 101,00.
Die US-Währung wertet auf aufgrund ihrer positiven Korrelation mit dem West Texas Intermediate (WTI) Ölpreis, der trotz eines moderaten Tagesrückgangs im Juli um über 13 % gestiegen ist. Dies verstärkt Spekulationen, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Zinsen später in diesem Jahr anheben könnte.
Die US-Wirtschaftsdaten waren im Tagesverlauf ebenfalls positiv, mit einem Anstieg der Einzelhandelsumsätze um 0,2 % im Monatsvergleich im Juni, wie erwartet, jedoch unter dem Anstieg von 1 % im Mai – hauptsächlich getrieben durch höhere Benzinpreise. Die Control Group Retail Sales, die hauptsächlich zur Berechnung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verwendet werden, verlangsamten sich erwartungsgemäß von 0,8 % auf 0,5 %.
Auch die US-Arbeitsmarktdaten waren solide, da die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die Woche bis zum 11. Juli bei 208.000 lagen und damit unter den Prognosen von 217.000 Anträgen. Das Beige Book der Fed bestätigte, dass der Arbeitsmarkt stark ist, wobei einige Bezirke „modeste, moderate oder solide Zuwächse“ verzeichnen.
Die US-Staatsanleihenrenditen steigen leicht an, wobei die Rendite der 10-jährigen US-Treasury-Note um fast 3 Basispunkte auf 4,577 % steigt.
Kommentare der Präsidenten der regionalen Fed-Banken Lorie Logan und Jeffrey Schmid zeigten, dass beide im Federal Open Market Committee (FOMC) eine hawkische Haltung einnehmen. Logan von der Dallas Fed fordert eine moderat höhere Leitzinsrate, um den Ausblick und die Risiken besser auszubalancieren. Schmid von der Kansas City Fed sagte, dass der Arbeitsmarkt ungefähr stabil zu sein scheint, er jedoch besorgt bleibt, da „die Inflation sich über eine breite Auswahl von Gütern und Dienstleistungen als hartnäckig erweist“.
Die Geldmärkte erwarten, dass die Fed die Zinsen bei der Juli-Sitzung unverändert lässt, mit einer Wahrscheinlichkeit von 73 % für eine Zinspause. Die Chancen für eine Zinserhöhung im Oktober bleiben jedoch mit 57 % laut Prime Terminal-Daten hoch.
Der Goldtrend bleibt bärisch und erreicht ein neues 13-Tage-Tief bei 3.974 USD, das bei einem entschiedenen Unterschreiten den Weg für eine Bewegung in Richtung des Jahrestiefs bei 3.941 USD öffnet. Bei weiterer Schwäche könnten die Bären XAU dazu treiben, die Marke von 3.900 USD zu testen, bevor das Swing-Tief vom 28. Oktober 2025 bei 3.886 USD herausgefordert wird.
Andererseits muss Bullion für eine bullische Umkehr eine abwärts gerichtete Widerstandstrendlinie zwischen 4.125 und 4.175 USD überwinden. Nach dem Überwinden ist eine Bewegung zum Test des 50-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 4.305 USD möglich. Darüber liegt der 200-Tage-SMA bei 4.495 USD, dessen Überwindung den Weg zu 4.500 USD freimacht.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.