Der Goldpreis verzeichnet ein Plus von 0,58%, da Washington die Angriffe auf Teheran pausiert, während US-Präsident Donald Trump die Tür für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen öffnete. Dies, zusammen mit fallenden Renditen von US-Staatsanleihen, wirkt als Rückenwind für Goldbarren, wobei sich XAU/USD 4.070 USD nähert.
Die Stimmung hat sich im Tagesverlauf verbessert, nachdem die Nachricht, dass ein staatlich unterstütztes chinesisches Unternehmen Maschinen zur Chip-Herstellung produziert, die US-Aktien nach unten drückte. Im Edelmetallsegment hält sich das gelbe Metall im Plus, obwohl XAU/USD fast wieder den Bereich um 4.050 USD erreicht hat, was die Tür für weitere Verluste öffnen könnte.
Die Geopolitik spielte weiterhin eine Rolle an den Finanzmärkten. Am Wochenende setzte das Weiße Haus die Angriffe aus, was die positive Marktstimmung zusätzlich stützte. Zudem sagte US-Präsident Donald Trump, dass der Iran sich treffen wolle und dass sie sich treffen, und fügte hinzu, dass „es eine Chance gibt, dass wir mit dem Iran einen Deal machen können“.
Daten aus den USA zeigten, dass sich die Aufträge für langlebige Güter im Juni verbessert haben, jedoch hinter den Erwartungen zurückblieben. Dennoch richten sich die Blicke der Händler auf die geldpolitische Entscheidung der Federal Reserve (Fed) am Mittwoch, gefolgt von einem dichten Konjunkturkalender am Donnerstag.
Die Geldmärkte hatten laut Daten von Prime Terminal eine Wahrscheinlichkeit von 60% eingepreist, dass die US-Notenbank die Zinsen unverändert lässt, sowie eine geringe Wahrscheinlichkeit von 40% für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte.
Am Donnerstag stehen in den USA die Veröffentlichung der Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das zweite Quartal, die endgültige Veröffentlichung des von der Fed bevorzugten Inflationsmaßes, des Kernpreisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE), sowie die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf der Agenda.
Unterdessen erholten sich die Goldpreise, da die Renditen von US-Staatsanleihen nachgeben. Die Rendite der 10-jährigen US-T-Notes fällt um 3,5 Basispunkte (bps) auf 4,645%. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels drehte der Greenback ins Plus, wie der Index eines Korbs aus sechs Währungen gegenüber der US-Währung, auch bekannt als US-Dollar-Index (DXY), zeigt.
Die Ölpreise fielen um 6% und erreichten ein Ein-Wochen-Tief, nachdem die USA und der Iran ihre Angriffe über das Wochenende nach zwei Wochen der Attacken pausiert hatten, was Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung weckte, die den Konflikt deeskalieren und den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus wieder ermöglichen könnte.
Im Juni haben sich Chinas Netto-Goldimporte über Hongkong gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres mehr als verdoppelt, lagen jedoch laut am Montag veröffentlichten Daten des Hong Kong Census and Statistics Department um mehr als 5% unter dem Wert vom Mai.
Die Kursentwicklung von Gold deutet darauf hin, dass zunächst eine gewisse Konsolidierung bevorsteht. Das Momentum, gemessen am Relative Strength Index (RSI), zeigt gemischte Signale. Der Index bleibt bärisch, nähert sich jedoch der neutralen Marke von 50, deren Überschreiten das Bild bullisch drehen würde.
Für eine bullische Fortsetzung muss XAU/USD die Marke von 4.100 USD überwinden. Darüber liegt das Tageshoch vom 22. Juli bei 4.165 USD, und ein Überschreiten dieses Niveaus ebnet den Weg in Richtung des Tageshochs vom 6. Juli bei 4.202 USD. Ein Durchbruch darüber würde den 50-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 4.221 USD freilegen.
Auf der Unterseite liegt die erste wichtige Unterstützung beim Tagestief vom 24. Juli bei 4.022 USD. Darunter folgen die psychologisch wichtige Marke von 4.000 USD sowie das Tagestief vom 17. Juni bei 3.959 USD.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.