Der Goldpreis hält sich während der nordamerikanischen Sitzung stabil, da es den Käufern nicht gelingt, die Marke von 4.700 USD zu überwinden, was einen Retracement unter eine wichtige psychologische Marke verstärkt, inmitten gemischter US-Daten und wachsender Hoffnungen auf ein Ende des US-Iran-Konflikts. XAU/USD notierte bei 4.641 USD, ein Minus von 0,2%.
Das gelbe Metall konsolidiert sich, da das bullishe Momentum nachlässt und der Relative Strength Index (RSI) in den überkauften Bereich dreht. Die Geopolitik spielte weiterhin eine entscheidende Rolle, da Nachrichten aus dem Nahen Osten zeigten, dass zwei US-Beamte die Ankündigung von US-Präsident Trump bestätigten, wonach die US-Marine das Verkehrstrennungssystem in der Straße von Hormus geräumt habe, berichtete Axios.
Von Reuters zitierte Quellen erwähnten, dass Gold, das auf einen wichtigen Widerstand nahe 4.700 USD trifft, den Anstieg begrenzt habe. Unterdessen zeigten die US-Immobiliendaten eine leichte Verbesserung, während der 4-Wochen-Durchschnitt der ADP-Beschäftigungsveränderung mit 11,75K über dem vorherigen Wert von 9,5K lag.
Die US-Baugenehmigungen stiegen im Juli um 4,3% auf 1,433 Millionen und übertrafen damit den Rückgang von -2,6% im Juni sowie die Schätzungen von 5%. Das Verbrauchervertrauen des Conference Board verfehlte die Erwartungen und lag bei 90,2, unter 90,2. Die Haushalte sahen im August eine leichte Verbesserung bei Geschäftslage und Beschäftigung.
Susan Collins von der Boston Fed äußerte sich hawkish und betonte, dass die Inflation weiterhin zu hoch sei, und äußerte sich besorgt über die Preisstabilität. Sie räumte ein, dass der Arbeitsmarkt mit Vollbeschäftigung vereinbar sei, und merkte an, dass die Wirtschaft mit einer nahezu trendmäßigen Rate wächst.
Unterdessen. Die Geldmärkte bleiben skeptisch, dass die Federal Reserve auf der Sitzung im September die Zinsen anheben wird, wobei die Wahrscheinlichkeit laut Prime Terminal bei rund 43% für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte und bei 57% für unveränderte Zinsen liegt.

Der Blick richtet sich auf die Veröffentlichung des bevorzugten Inflationsmaßes der Federal Reserve, des Kernpreisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE), vor der Rede des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh auf dem Jackson-Hole-Symposium.
Der US-Wirtschaftskalender umfasst zudem Aufträge für langlebige Wirtschaftsgüter, Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) sowie die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.
Gold handelt den zweiten Tag in Folge seitwärts, da es den Käufern nicht gelingt, 4.700 USD zu überwinden. Dies verstärkte ein Retracement unter 4.650 USD, während der Relative Strength Index (RSI) oberhalb der überkauften Marke von 70 nach unten tendiert. Fällt der RSI unter diese Marke, könnte XAU/USD weiter einbrechen und wichtige Unterstützungsniveaus testen.
Die erste Unterstützung läge bei der Marke von 4.600 USD, gefolgt vom 200-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 4.519 USD. Darunter liegt die Marke von 4.500 USD, gefolgt vom 100-Tage-SMA bei 4.379 USD.
Für eine bullishe Fortsetzung muss XAU/USD 4.700 USD zurückerobern. Gelingt der Ausbruch, ist ein Anstieg zum Swing-Hoch vom 7. Mai bei 4.764 USD möglich, gefolgt von einem Test von 4.800 USD. Der nächste interessante Bereich läge bei 5.000 USD.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.