Laut einer Reuters-Umfrage vom 17. bis 24. August erwarteten 57% der Ökonomen, dass die Bank of Japan (BoJ) ihren Zinssatz im September anheben wird, eine deutliche Kehrtwende gegenüber einer Umfrage im Juli.
Eine Minderheit, 10 von 58, sah voraus, dass darauf im Oktober oder Dezember eine weitere Zinserhöhung auf 1,50% folgen würde.
Fast zwei Drittel der Analysten, 35 von 54, sahen den Leitzins bis Ende März nächsten Jahres auf mindestens 1,5—% steigen, drei Monate früher als in der Juli-Umfrage prognostiziert. Rund 60% erwarteten, dass der Zinssatz bis Ende des dritten Quartals 2027 auf mindestens 1,75% steigen wird.
Die Hälfte von 36 Befragten, die eine Zusatzfrage beantworteten, sagte, 1,75% werde der Endzinssatz sein, verglichen mit nur 19% im Vormonat. Der Anteil derjenigen, die „2% oder darüber“ wählten, stieg von 23% im Juli auf 36%.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung liegt das Paar USD/JPY 0,17% im Minus bei 158,92.
Die Bank of Japan (BoJ) steuert die japanische Geldpolitik und hat ein Inflationsziel von rund 2 %. Ihre Maßnahmen haben einen wesentlichen Einfluss auf den japanischen Yen.
Die Bank of Japan implementierte im Jahr 2013 eine extrem expansive Geldpolitik, um die wirtschaftliche Aktivität zu stimulieren und in einem deflationären Umfeld Inflation zu erzeugen. Diese Politik, basierend auf quantitativer und qualitativer Lockerung (QQE), beinhaltete den Ankauf von Vermögenswerten wie Staats- und Unternehmensanleihen durch die Schaffung von Zentralbankgeld, um zusätzliche Liquidität bereitzustellen. Im Jahr 2016 intensivierte die BoJ diese Maßnahmen, führte Negativzinsen ein und begann, die Renditen von 10-jährigen Staatsanleihen direkt zu steuern. Im März 2024 vollzog die Bank eine Kehrtwende, indem sie die Zinsen anhob und sich damit von ihrer ultra-expansiven Geldpolitik distanzierte.
In den vergangenen zehn Jahren hat die entschlossene Haltung der Bank of Japan, an ihrer ultralockeren Geldpolitik festzuhalten, zu einer wachsenden geldpolitischen Divergenz im Vergleich zu anderen Zentralbanken, insbesondere der US-Notenbank, geführt. Dies verstärkte die Renditedifferenz zwischen 10-jährigen US-Staatsanleihen und japanischen Staatsanleihen und stärkte den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen. Mit der Entscheidung der BoJ im Jahr 2024, ihre expansive Geldpolitik schrittweise zu lockern, und dem gleichzeitigen Beginn von Zinssenkungen in anderen großen Zentralbanken, wird diese Differenz nun zunehmend eingeengt.
Der schwächere Yen und steigende globale Energiepreise haben die Inflation in Japan über das Ziel der BoJ von 2 % hinausgetrieben. Zusätzlich hat die Erwartung steigender Löhne – ein zentraler Treiber der Inflation – diese Entwicklung weiter verstärkt.