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Fed-Williams: Rückkehr der Inflation auf 2 % bleibt oberste Priorität, aktueller geldpolitischer Kurs „sehr angemessen“

Quelle Tradingkey

TradingKey — Am 15. Juli (ET) erklärte John Williams, Präsident der New Yorker Fed, vor lokalen Wirtschaftsvertretern im Bundesstaat New York, er sehe mehrere Anzeichen dafür, dass die Inflation ihren Höhepunkt erreicht habe. Dies bedeute, dass die Notenbank die Zinssätze trotz der Markterwartungen bezüglich Zinserhöhungen in den kommenden Monaten unverändert lassen werde.

Williams wies darauf hin, dass zu den Hauptfaktoren, die die Inflation im vergangenen Jahr in die Höhe trieben, steigende Zölle, Lieferkettenunterbrechungen, durch den Nahostkonflikt ausgelöste steigende Energiepreise sowie das durch KI-bezogene Investitionen getriebene Nachfragewachstum gehörten.

Er glaubt jedoch auch, dass der künftige Inflationsdruck allmählich nachlassen dürfte, und nannte dafür mehrere Gründe: Die preistreibenden Effekte der Zölle seien weitgehend vollständig absorbiert; die Ölpreise könnten ihren Höhepunkt erreicht haben; das Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage bei KI-Investitionen werde sich mit steigendem Angebot abschwächen; der aktuelle Arbeitsmarkt übe keinen zusätzlichen Inflationsdruck aus; und die langfristigen Inflationserwartungen blieben stabil.

Williams besitzt ein ständiges Stimmrecht im Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC) und gilt als äußerst einflussreicher Währungshüter der Fed. Seine jüngsten Äußerungen deuten darauf hin, dass die Federal Reserve trotz der zuletzt aufeinanderfolgenden, schwächer als erwartet ausgefallenen CPI- und PPI-Daten keine Eile hat, ihren geldpolitischen Kurs anzupassen.

„Da die Inflation weiterhin hoch ist, ist es von entscheidender Bedeutung, sie nachhaltig auf unser 2-Prozent-Ziel zurückzuführen“, sagte Williams. „Die aktuelle Ausrichtung der Geldpolitik ist sehr gut aufgestellt, um dieses Ziel zu erreichen.“

Dies war bereits das zweite Mal innerhalb einer Woche, dass sich Williams zur Inflation äußerte. Zuvor hatte er gewarnt, dass die Fed die Zinsen unter Umständen weiter anheben müsste, falls die KI-getriebene Nachfrage die Inflation weiter nach oben treibt. Sein jüngster Tonfall war jedoch merklich moderater, wobei er nun die „Angemessenheit“ des aktuellen geldpolitischen Kurses betonte.

Zinssenkungserwartungen nehmen an Fahrt auf, während Williams hart bleibt

Die Rede von Williams fiel mit einer deutlichen Verschiebung der Markterwartungen hinsichtlich des geldpolitischen Kurses der Federal Reserve zusammen. In den vergangenen zwei Tagen kühlten sich die US-CPI- und PPI-Daten für Juni nacheinander stärker ab als erwartet; der Juni-CPI sank im Monatsvergleich um 0,4 %, die monatliche Kernrate des CPI stagnierte überraschend bei null und der PPI ging im Vorjahresvergleich auf 5,5 % zurück. Die Wetten auf eine Zinserhöhung im Juli am Zinsfutures-Markt sind auf unter 15 % gefallen, während die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinssätze unverändert bleiben, auf über 85 % gestiegen ist.

Allerdings signalisierte die Rede von Williams keinen Kurswechsel. Er deutete nicht an, wann eine erste Zinssenkung erfolgen könnte, sondern betonte lediglich, dass die „nachhaltige Rückführung der Inflation auf das 2-%-Ziel“ derzeit oberste Priorität habe.

Williams hatte zuvor angemerkt, dass bei der Rückkehr der Inflation zum Zielwert eine asymmetrische Komplexität an der Grenze zwischen einer lockeren und einer straffen Geldpolitik besteht, was die Steuerung kompliziert macht. Seine Haltung blieb datenabhängig und ohne vorgegebenen Pfad.

Für den Markt sendeten die Äußerungen von Williams ein klares Signal: Die Fed wartet auf weitere Daten, um die Nachhaltigkeit des Abwärtstrends der Inflation zu bestätigen, und hat es nicht eilig, ihren geldpolitischen Kurs zu ändern.

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