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ASML plant Preiserhöhungen für Chipherstellungs-Equipment, könnte Aktienkurs beflügeln

Quelle Tradingkey

TradingKey – Am 15. Juli nach US-Ostküstenzeit erklärte der weltweit größte Hersteller von Lithografiemaschinen ASML, dass das Unternehmen angesichts der anhaltend steigenden Nachfrage nach hochentwickelten Anlagen zur Chipherstellung Spielraum für weitere Erhöhungen der Verkaufspreise einiger seiner Produkte sieht. ASML-Finanzvorstand Roger Dassen wies darauf hin, dass das aktuelle Marktumfeld ein günstiges Zeitfenster für Preiserhöhungen bei den Anlagen biete und das Unternehmen derzeit Preisfragen mit Kunden bespreche. Die genaue Höhe der Preiserhöhungen oder der Zeitpunkt ihrer Umsetzung wurden jedoch noch nicht bekannt gegeben.

Die Preiserhöhungspläne von ASML werden in erster Linie durch den Investitionsboom bei Chips für künstliche Intelligenz angetrieben. TSMC ( TSM ), Samsung Electronics und Intel ( INTC) sowie andere Chiphersteller bauen ihre Kapazitäten für fortschrittliche Prozesse aus, was zu einem raschen Anstieg der Nachfrage nach EUV-Lithografieanlagen (Extreme Ultraviolett) führt. Die Kapazitäten von ASML für gängige EUV-Anlagen sind Berichten zufolge bis Ende 2027 nahezu ausgebucht, was bedeutet, dass es für Kunden kurzfristig schwierig sein wird, alternative Produkte von anderen Anbietern zu erhalten, was die Verhandlungsmacht des Unternehmens weiter stärkt.

Laut einem Bericht von The Information haben einige chinesische Kunden einer Preiserhöhung von rund 10 % für die älteren DUV-Lithografieanlagen (Deep Ultraviolet) von ASML zugestimmt, doch der Großkunde TSMC wehrt sich gegen die Preiserhöhungen. ASML und TSMC haben sich zu diesen Berichten noch nicht offiziell geäußert.

Es wird erwartet, dass die steigenden Preise für die Anlagen den Umsatz und die Gewinnmargen von ASML direkt verbessern. In seinen jüngst veröffentlichten Finanzergebnissen für das zweite Quartal meldete das Unternehmen einen Nettoumsatz von 9,33 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 2,92 Milliarden Euro. Gleichzeitig wurde die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 nach oben korrigiert und liegt nun zwischen 43 und 45 Milliarden Euro, während die Erwartungen für die Bruttomarge auf 54 % bis 56 % angehoben wurden. Starke Auftragseingänge und Spielraum für Preiserhöhungen bedeuten, dass die künftige Entwicklung von ASML weiter gestützt werden könnte.

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Tageschart der ASML-Aktie, Quelle: TradingView

Mit Blick auf den Aktienkurs haben die Nachrichten über die Preiserhöhungen die Markterwartungen hinsichtlich der Monopolvorteile und der Rentabilität von ASML gestärkt, woraufhin die US-ADRs von ASML nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen um 2,23 % zulegten. Sollten die Kosten für die Anlagen jedoch weiter steigen, könnte dies den Druck auf die Investitionsausgaben der Chiphersteller erhöhen und Kunden dazu veranlassen, einige ihrer Beschaffungspläne zu verschieben. Daher wird die weitere Entwicklung des Aktienkurses davon abhängen, ob die Preiserhöhungen erfolgreich durchgesetzt werden können und ob das Auftragswachstum ausreicht, um den Widerstand der Kunden gegen höhere Preise auszugelegen auszugleichen.

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