TradingKey - Amazon ( AMZN) hat offiziell einen Antrag bei der US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) eingereicht und plant, bis zu 5.105 Internetsatelliten ins All zu bringen, um ein Direct-to-Device-Weltraumnetzwerk (D2D) aufzubauen.
Bereits im April dieses Jahres kündigte Amazon die Übernahme des Satellitenbetreibers Globalstar für rund 11,6 Milliarden US-Dollar an, um sich dessen Satellitenanlagen und Frequenzlizenzen zu sichern. Das Kernkonzept des D2D-Netzwerks ist einfach: Satelliten werden genutzt, um Mobiltelefonen und anderen Geräten direkt eine Netzwerkverbindung bereitzustellen und so traditionelle terrestrische Basisstationen zu umgehen.
Bei Redaktionsschluss drehte der Aktienkurs von Amazon ins Minus und verlor 0,21 % auf 231,63 US-Dollar.

Amazon-Aktienkurs-Chart, Quelle: TradingView
Den Antragsunterlagen zufolge richtet sich Amazon mit diesem Schritt an Nutzer, die von bestehenden Mobilfunknetzen "nicht oder unterversorgt" sind. Darüber hinaus deckt das Angebot Notfallszenarien wie Such- und Rettungseinsätze sowie entlegene Baustellen, Flotten und Lieferketten ab, die kein terrestrisches Signal empfangen können.
Berichten zufolge soll die Übernahme von Globalstar voraussichtlich im Jahr 2027 abgeschlossen sein, während der Aufbau des D2D-Netzwerks im Jahr 2028 beginnen soll. Amazon hat derzeit mehr als 390 Satelliten im Orbit, und das Unternehmen erklärte kürzlich, dass diese Anzahl ausreiche, um noch in diesem Jahr "erste Dienste" zu starten.
Marktanalysten zufolge stellt der Schritt von Amazon eine Herausforderung für Starlink dar, das Satellitengeschäft des führenden kommerziellen Raumfahrtunternehmens SpaceX. Starlink hat derzeit mehr als 10.000 Satelliten im Orbit und ist damit führend beim Internet im erdnahen Orbit. Das Angebot "Starlink Mobile" steht in direkter Konkurrenz zu Amazons geplantem D2D-Dienst und bietet derzeit in den USA über T-Mobile Direct-to-Cell-Dienste an.