TradingKey – Am Dienstag, dem 25. August (US-Ostküstenzeit), übte der Milliardär und Investor Stanley Druckenmiller öffentlich scharfe Kritik an dem von US-Finanzminister Scott Bessent eingeführten Rückkaufprogramm für US-Staatsanleihen. Der Leiter des Duquesne Family Office erklärte unverblümt, der Plan sei eine Übung in „Preismanagement“, bei der die Regierung versuche, mit administrativen Mitteln in den Markt einzugreifen, und zum Scheitern verurteilt sei.
In einem kürzlich veröffentlichten Gastbeitrag wies Druckenmiller darauf hin, dass das von Bessent geleitete Rückkaufprogramm die grundlegenden Marktmechanismen stark verzerrt. Er betonte, dass es sich hierbei keineswegs um das vom Finanzministerium behauptete „Liquiditätsmanagement“ handele, sondern im Kern um ein staatliches „Preismanagement“ der Renditen langlaufender US-Staatsanleihen.
Er stellte unverblümt fest, dass langlaufende Renditen das „einzige verbliebene Instrument zur haushaltspolitischen Disziplinierung“ der US-Regierung sein sollten und ein gewaltsames Drücken der Zinsen durch Rückkäufe dem Ausschalten der Alarmanlage gleichkomme, die Haushaltsdefizite kontrolliert. Er sagte: „Jede Regierung, die versucht, Vermögenspreise gegen die Fundamentaldaten zu verteidigen, ist letztlich zum Scheitern verurteilt. Die einzige Variable ist, wie viel Geld sie verschwenden wird, bevor sie sich dem Markt ergibt.“
Die Debatte eskalierte rasch, nachdem das US-Finanzministerium am 19. August eine Ausweitung der Rückkäufe langlaufender US-Staatsanleihen angekündigt hatte. Das Finanzministerium gab bekannt, dass vom 9. September bis zum 4. November das maximale Volumen pro Transaktion für Liquiditätsunterstützungs-Rückkäufe bestimmter langlaufender nomineller US-Staatsanleihen mit Laufzeiten von 10 bis 30 Jahren mindestens verdoppelt werde – von zuvor bis zu 2 Milliarden US-Dollar auf mindestens 4 Milliarden US-Dollar.
Die Entscheidung fiel zu einem Zeitpunkt, als die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen auf rund 5,3 % gestiegen war und damit ihren höchsten Stand seit 2007 erreicht hatte, während die 10-jährige Rendite ebenfalls auf hohem Niveau verharrte.
Am 20. August erklärte Finanzminister Bessent in einem Interview mit CNBC, dass das ausgeweitete Rückkaufvolumen in Zukunft noch weiter erhöht werden könnte. Er betonte, das primäre Ziel des Finanzministeriums sei es, die Liquidität am Markt für langlaufende US-Staatsanleihen zu verbessern, insbesondere um den Marktdruck angesichts des ruhigen Sommerhandels und der gestiegenen Emission von Unternehmensanleihen im Zusammenhang mit KI-Infrastruktur zu lindern.
Die Maßnahme löste an der Wall Street jedoch rasch Kontroversen aus. Kritiker argumentierten, dass die proaktive Ausweitung der Rückkäufe langlaufender Anleihen durch das Finanzministerium vom Markt als Versuch interpretiert werden könnte, die langlaufenden Renditen künstlich zu drücken, was die Grenze zwischen Schuldenmanagement und Marktintervention verwischt.
Nach der Ankündigung des Rückkaufplans fielen die Renditen am langen Ende des US-Anleihemarktes rasch ab, während die Kurse anzogen. Am 19. August sank die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen um etwa 5 Basispunkte auf rund 4,65 %, während die 30-jährige Rendite zwischenzeitlich um fast 10 Basispunkte nachgab.
Dieser Aufschwung war jedoch von kurzer Dauer. Am 20. August erholte sich die 10-jährige Rendite wieder auf rund 4,69 %, und die 30-jährige Rendite stieg auf rund 5,25 % und überschritt damit erneut die Marke von 5 %. Anschließend richtete der Markt seinen Fokus wieder auf strukturelle Belastungen wie das US-Haushaltsdefizit, die Inflation, die Energiepreise und das Angebot an langlaufenden US-Staatsanleihen.
Bis zum Redaktionsschluss lag noch keine offizielle Stellungnahme des US-Finanzministeriums zu Druckenmillers Kritik vor. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen lag bei 4,654 %, was einem Tagesverlust von über 4 Basispunkten entspricht. Während sich die Debatte weiter entwickelt, wird der Markt nachfolgende politische Erklärungen des Finanzministeriums sowie relevante Anhörungen im US-Kongress im September genau im Auge behalten.

[Quelle: TradingView]