Der Euro (EUR) steht am Donnerstag gegenüber dem US-Dollar (USD) unter Druck, wobei EUR/USD von den früheren Intraday-Höchstständen nachgibt, da die Kursentwicklung weiterhin von geopolitischen Schlagzeilen rund um Entwicklungen im Nahen Osten geprägt ist. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert das Paar nahe einem Sechs-Wochen-Tief bei etwa 1,1585 und gibt damit von einem Intraday-Hoch von 1,1635 nach.
Der US-Dollar gewinnt weiter an Fahrt, da Händler skeptisch bleiben, ob Washington und Teheran eine Vereinbarung erzielen können, die darauf abzielt, den Krieg zu beenden und die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Das iranische Atomprogramm bleibt ein wesentlicher Streitpunkt in den Verhandlungen mit Washington.
Der US Dollar Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei rund 99,40, dem höchsten Stand seit dem 7. April.
Zur Verunsicherung trägt bei, dass Reuters am Donnerstag unter Berufung auf zwei hochrangige iranische Quellen berichtete, der oberste Führer Irans habe angeordnet, dass Uran in nahezu waffenfähiger Qualität im Land verbleiben müsse. Al Jazeera berichtete jedoch später, ein iranischer Beamter habe diese Angaben dementiert.
Die widersprüchlichen Schlagzeilen führten zu erhöhter Volatilität an den Finanzmärkten, obwohl die diplomatischen Bemühungen zwischen Washington und Teheran andauern. US-Präsident Donald Trump hält jedoch an einer harten Linie gegenüber den nuklearen Ambitionen Irans fest und warnte, dass militärische Maßnahmen wieder aufgenommen werden könnten, falls keine Einigung erzielt wird.
Unterdessen befeuern die hohen Ölpreise weiterhin Inflationssorgen, was Händler dazu veranlasst, ihre Wetten auf Zinserhöhungen der Federal Reserve (Fed) bis zum Jahresende zu erhöhen. Die restriktive Neubewertung treibt die Renditen von US-Staatsanleihen nach oben, wobei die Benchmark-Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen nahe den Anfang der Woche erreichten 16-Monats-Höchstständen verharrt.
Gleichzeitig bleiben steigende Energiepreise eine Sorge für die Eurozone aufgrund der starken Abhängigkeit der Region von importierter Energie. Investoren befürchten, dass anhaltend hohe Ölpreise das Wirtschaftswachstum bremsen und die Europäische Zentralbank (EZB) daran hindern könnten, die Zinsen aggressiv anzuheben, falls der Inflationsdruck weiter zunimmt.
Auf der Datenfront verarbeiteten Händler auch die neuesten vorläufigen Einkaufsmanagerindizes (PMI) für Mai aus der Eurozone und den Vereinigten Staaten. Der US Composite PMI blieb im Mai stabil bei 51,7, während der Manufacturing PMI von zuvor 54,5 auf 55,3 stieg und damit ein 48-Monats-Hoch erreichte. Der Services PMI Business Activity Index gab leicht von 51,0 im April auf 50,9 nach.
Der Composite PMI der Eurozone fiel im Mai von 48,8 im April auf 47,5 und erreichte damit ein 31-Monats-Tief. Der Services PMI sank von 47,6 auf 46,4, den niedrigsten Stand seit 63 Monaten, während der Manufacturing PMI von zuvor 52,2 auf 51,4 nachgab, ein Dreimonatstief.
Der Inflationserwartungsindex der University of Michigan misst, in welchem Ausmaß Verbraucher in den nächsten 12 Monaten mit Preisveränderungen rechnen. Die Veröffentlichung erfolgt in zwei Schritten: Zunächst gibt es eine vorläufige Schätzung, die meist stärker beachtet wird, zwei Wochen später folgt eine überarbeitete Version.
Mehr lesenNächste Veröffentlichung: Fr Mai 22, 2026 14:00
Häufigkeit: Monatlich
Prognose: 48.5
Vorher: 48.5
Quelle: University of Michigan