Die Dow Jones-Futures fallen während der europäischen Handelszeiten vor der regulären Eröffnung der Vereinigten Staaten (US) am Donnerstag um 0,22 % unter die Marke von 50.000. Unterdessen sinkt der S&P 500 um 0,27 % auf knapp 7.430, und die Nasdaq 100-Futures stürzen um 0,42 % auf etwa 29.250 ab.
Die US-Aktien-Futures bewegen sich nach unten, da Händler aufgrund der Unsicherheit zwischen den Vereinigten Staaten (US) und dem Iran sowie hawkischer geldpolitischer Signale der Federal Reserve (Fed) Vorsicht walten lassen. US-Präsident Donald Trump erklärte, dass die Verhandlungen mit dem Iran in der Endphase seien. Er bekräftigte jedoch, militärische Maßnahmen innerhalb weniger Tage wieder aufzunehmen, falls der Iran seine Bedingungen ablehnt.
Die Protokolle des Offenmarktausschusses (FOMC) für die April-Sitzung, die am Mittwoch veröffentlicht wurden, zeigen, dass die Mehrheit der Federal Reserve (Fed)-Vertreter warnte, dass die Zentralbank wahrscheinlich eine Zinserhöhung in Betracht ziehen müsse, wenn die Inflation hartnäckig über ihrem 2%-Ziel bleibt. Die Protokolle unterstreichen die wachsenden Sorgen innerhalb der Fed bezüglich inflationsbedingter Risiken, die durch den anhaltenden geopolitischen Konflikt verursacht werden.
Die Wall Street verzeichnete am Mittwoch solide Gewinne, angetrieben durch fallende Ölpreise und niedrigere Renditen von Staatsanleihen nach Äußerungen von Präsident Trump. Die wichtigsten Indizes legten durchweg zu, wobei die Nasdaq 100 mit einem Anstieg von 1,54 % die Führung übernahm, gefolgt vom Dow Jones mit einem Plus von 1,31 % und dem S&P 500 mit einem Zuwachs von 1,08 %.
NVIDIA meldete ein rekordverdächtiges erstes Quartal mit einem Umsatz von 81,62 Mrd. USD und einem Nettogewinn von 58,32 Mrd. USD, angetrieben durch die ungebrochene Nachfrage nach seinen KI-Chips. Parallel zu diesen herausragenden Ergebnissen erhöhte das Unternehmen seine Dividende und kündigte ein massives Aktienrückkaufprogramm im Wert von 80 Mrd. USD an. Trotz der starken Finanzzahlen fielen die Aktien im nachbörslichen Handel leicht, da Anleger hinsichtlich der zukünftigen Prognosen und des zunehmenden Wettbewerbs vorsichtig agierten.
Intuit Inc. lieferte starke Ergebnisse für das dritte Quartal mit einem Umsatz von 8,6 Mrd. USD, was einem Anstieg von 10 % im Jahresvergleich entspricht, und hob daraufhin seine Prognose für das Gesamtjahr an. Die positiven Finanznachrichten wurden jedoch durch die Ankündigung eines Personalabbaus von 17 % getrübt. Betroffen sind etwa 3.000 Stellen, wobei die Entlassungen Teil einer umfassenderen strategischen Neuausrichtung hin zur KI-Integration und einer verbesserten operativen Effizienz sind.
Analog Devices, Inc. erzielte ein Rekordquartal im zweiten Quartal mit einem Umsatz von 3,62 Mrd. USD, was einem deutlichen Anstieg von 37 % im Jahresvergleich entspricht. Um die Marktdynamik weiter zu nutzen, kündigte das Unternehmen zudem die Übernahme von Empower Semiconductor im Wert von 1,5 Mrd. USD an, eine strategische Maßnahme zur Stärkung seiner KI-Infrastrukturkapazitäten.
Mit Blick auf die bevorstehenden Einzelhandels- und Industrieergebnisse wird erwartet, dass Walmart starke Ergebnisse für das erste Geschäftsquartal vorlegt, wobei Analysten einen Anstieg der vergleichbaren Umsätze um 3,85 % und ein Wachstum von 4 % bei den US-Kompaktumsätzen prognostizieren. Im Gegensatz dazu bereitet sich Deere & Company auf die Veröffentlichung seines Berichts für das zweite Quartal unter schwierigeren Marktbedingungen vor, mit Erwartungen, die auf einen Rückgang des Gewinns je Aktie um 12,5 % im Jahresvergleich hindeuten.
Der Dow Jones Industrial Average, einer der ältesten Aktienindizes der Welt, setzt sich aus 30 der am häufigsten gehandelten US-Unternehmen zusammen. Er ist kursgewichtet, was ihm Kritik einbrachte, da er weniger repräsentativ ist als breitere Indizes wie der S&P 500.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) wird von vielen Faktoren beeinflusst. Haupttreiber sind die Unternehmensgewinne, die in den Quartalsberichten der im Index vertretenen Unternehmen offengelegt werden. Auch makroökonomische Daten aus den USA und weltweit tragen zur Anlegerstimmung bei. Zinssätze, die von der Federal Reserve festgelegt werden, haben ebenfalls Einfluss auf den DJIA, da sie die Kreditkosten beeinflussen, auf die viele Unternehmen stark angewiesen sind.
Die Dow-Theorie, entwickelt von Charles Dow, ist eine Methodik zur Identifizierung von Markttrends. Dabei wird die Richtung des Dow Jones Industrial Average (DJIA) und des Dow Jones Transportation Average (DJTA) verglichen. Beide Indizes müssen in dieselbe Richtung tendieren, um einen Trend zu bestätigen. Die Theorie unterscheidet drei Phasen: Akkumulation, öffentliche Teilnahme und Distribution.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) kann auf verschiedene Weise gehandelt werden. Eine Möglichkeit sind börsengehandelte Fonds (ETFs), die es Anlegern ermöglichen, den DJIA als einzelnes Wertpapier zu handeln, ohne Aktien aller 30 im Index enthaltenen Unternehmen zu kaufen. Ein bekanntes Beispiel ist der SPDR Dow Jones Industrial Average ETF (DIA). DJIA-Futures-Kontrakte ermöglichen es Händlern, auf den zukünftigen Wert des Index zu spekulieren, während Optionen das Recht bieten, den Index zu einem festgelegten Preis in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen. Investmentfonds bieten eine diversifizierte Anlagemöglichkeit, indem sie ein Portfolio von DJIA-Aktien abbilden.