Das Paar EUR/USD gewinnt im frühen asiatischen Handel am Montag an Stärke und erreicht rund 1,1640. Der Euro (EUR) steigt gegenüber dem US-Dollar (USD), da Hoffnungen auf einen Friedensvertrag zwischen den USA und dem Iran die Risikostimmung verbessern.
Hochrangige US-Beamte erklärten am Sonntag, dass sich die USA und der Iran einem Abkommen nähern, das die Straße von Hormus wieder öffnen würde, während US-Präsident Donald Trump laut Bloomberg sagte, er werde sich nicht „überstürzt“ auf eine Vereinbarung einlassen. Anzeichen für Fortschritte beim Friedensabkommen könnten die Gemeinschaftswährung kurzfristig stützen.
Die Konfliktparteien stehen jedoch weiterhin im Streit über Irans angereicherten Uranvorrat und Gebühren für die strategisch wichtige Straße von Hormus. Teheran hält die Kontrolle über den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus fest in der Hand, und die USA weigern sich, ihre maritime Blockade gegen iranisch verbundene Schiffe aufzuheben.
Auf der anderen Seite des Atlantiks ist der Fall für eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Juni nahezu entschieden, doch die Zentralbank wird voraussichtlich keine verbindliche Aussage zu weiteren Schritten treffen, um die Erwartungen auf eine schnelle Folgemaßnahme im Juli zu dämpfen, so Reuters. Die EZB hatte im April beschlossen, die Leitzinsen unverändert zu lassen, diskutierte jedoch eine Erhöhung und deutete an, dass ein Schritt auf der geldpolitischen Sitzung im Juni angesichts der anhaltend hohen Energiekosten wahrscheinlich sei.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.