West Texas Intermediate (WTI) – der US-Ölbenchmark – verzeichnete am Montag eine steile bärische Eröffnungslücke und verliert nun fast 5 %, auf dem Weg dazu, die Marke von 90 USD aufzugeben.
Der Ausverkauf beim schwarzen Gold wird durch den erneuten Optimismus über eine mögliche Wiedereröffnung der Straße von Hormus befeuert, was die Versorgungsängste lindern könnte.
Die laufenden Friedensgespräche zwischen den Vereinigten Staaten (US) und dem Iran haben die Hoffnungen auf eine mögliche Friedensvereinbarung in den kommenden Stunden wiederbelebt.
Trotz des Optimismus deuten die Kommentare von US-Präsident Donald Trump am Sonntag darauf hin, dass beide Seiten noch einige Differenzen haben, wobei die Märkte gespannt auf weitere Details warten.
„Es ist noch nicht einmal vollständig verhandelt. Also hört nicht auf die Verlierer, die etwas kritisieren, von dem sie nichts wissen“, schrieb Trump auf Truth Social.
Unterdessen sagte US-Außenminister Marco Rubio der New York Times, dass eine Einigung mit dem Iran regionale Unterstützung erhalten habe, aber ein Atomabkommen „nicht in 72 Stunden auf einer Serviette“ erreicht werden könne.
Mit Blick auf die Zukunft bleibt abzuwarten, ob WTI seinen Abwärtstrend verlängert, da die Märkte die sich entwickelnde US-Iran-Friedensvereinbarung und neue Erkenntnisse über die wahrscheinliche Wiedereröffnung der Straße von Hormus genau beobachten.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.