Die Preise für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) ziehen während der asiatischen Handelssitzung am Donnerstag aggressive Gebote an und steigen über die Marke von 97,00 USD, während die Prime-Time-Rede von US-Präsident Donald Trump beginnt. Der Rohstoff scheint damit eine zweitägige Verlustserie zu einem Ein-Wochen-Tief bei etwa Mitte 92,00 USD, das am Vortag erreicht wurde, beendet zu haben.
Trump bekräftigte den Zeitrahmen von 2-3 Wochen und drohte zudem, die Energieinfrastruktur Irans anzugreifen, falls keine Einigung erzielt wird. Dies kommt zusätzlich zu dem Bericht des Wall Street Journal vom Dienstag, wonach die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) auf militärische Maßnahmen drängen, um die Straße von Hormus wieder zu öffnen, und eine Resolution des UN-Sicherheitsrats zur Autorisierung einer solchen Operation anstreben.
Darüber hinaus verstärkt die USA den Nahen Osten mit Tausenden von Truppen massiv, was den größten militärischen Aufbau seit zwei Jahrzehnten markiert. Dies erhöht das Risiko einer weiteren Eskalation der laufenden Konflikte in der weltweit wichtigsten ölproduzierenden Region und untermauert die Argumentation für eine weitere Aufwertung des schwarzen Goldes, zurück in die Nähe eines am Dienstag erreichten Mehrwochenhochs.
Unterdessen belebt der jüngste Anstieg die inflationsbedingten Sorgen und stärkt die Wetten auf eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank (Fed). Abgesehen davon profitiert eine neue Welle des globalen Risikoaversionstrends vom Status des US-Dollars (USD) als globale Reservewährung, was tendenziell auf USD lautende Rohstoffe schwächt und die Rohölpreise unter Kontrolle halten könnte.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.