Der Goldpreis (XAU/USD) steigt im frühen asiatischen Handel am Freitag auf rund 4.630 USD. Das Edelmetall setzt die Rallye fort, da erneute Spannungen im Nahen Osten die Händler dazu veranlasst haben, zu einem sicheren Hafen zurückzukehren.
US-Präsident Donald Trump sagte laut Bloomberg, er halte an einer Seeblockade iranischer Häfen fest, da befürchtet wird, dass die wichtige Straße von Hormus nicht so bald wieder geöffnet wird. „Ihre Wirtschaft bricht zusammen, die Blockade ist unglaublich“, sagte Trump. „Ihre Wirtschaft ist eine Katastrophe. Wir werden sehen, wie lange sie durchhalten.“
Bereits am Donnerstag erklärte der iranische Präsident Masoud Pezeshkian, er betrachte die US-Seeblockade als eine „Ausweitung militärischer Operationen“ und nannte sie „unerträglich“.
Die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie die Schließung der Straße von Hormus könnten jedoch Inflationsängste geschürt und die Hürden für Zinssenkungen erhöht haben. Dies könnte wiederum das gelbe Metall belasten. Gold wird oft in Zeiten geopolitischer Unsicherheit genutzt, bringt aber keine Zinsen, was es bei hohen Zinssätzen weniger attraktiv macht.
Die US-Notenbank (Fed) beließ am Mittwoch wie erwartet ihren Leitzins unverändert. Fed-Chef Jerome Powell erklärte, der wirtschaftliche Ausblick bleibe sehr unsicher und der Konflikt im Nahen Osten habe zu dieser Unsicherheit beigetragen.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.