Der Goldpreis (XAU/USD) gewinnt im frühen asiatischen Handel am Dienstag etwas von dem verlorenen Boden zurück, nachdem er ein Ein-Einhalb-Monats-Tief erreicht hatte, und notiert bei rund 4.565 USD. Das Edelmetall steigt leicht an, da der US-Dollar (USD) schwächer ist. Das mögliche Aufwärtspotenzial könnte jedoch begrenzt sein, da der durch den Iran-Krieg angeheizte Inflationsdruck und die Erwartungen an eine straffere Geldpolitik belasten.
Der USD fällt gegenüber den meisten wichtigen Währungen, da Händler bewerten, ob ein Fortschritt bei der Beendigung des Iran-Kriegs kurzfristig wahrscheinlich ist. „Der US Dollar Index fiel auf seine Tagestiefs – das ist ein positiver Faktor für den Goldmarkt“, sagte Jim Wyckoff, Marktanalyst bei American Gold Exchange.
Andererseits haben höhere Energiepreise, die durch den Iran-Krieg getrieben werden, Inflationsängste geschürt und die Erwartungen an Zinserhöhungen der US-Notenbank (Fed) verstärkt. Es ist zu beachten, dass Gold oft in Zeiten geopolitischer Unsicherheit genutzt wird, aber keine Zinsen abwirft, was es bei hohen Zinssätzen weniger attraktiv macht.
Händler preisen laut dem CME FedWatch Tool eine 35,0%ige Wahrscheinlichkeit ein, dass die Fed bis zum Jahresende die Zinsen um 25 Basispunkte (bps) anheben wird.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.