Gold (XAU/USD) erholt sich am Freitag, nachdem es den Tag im negativen Bereich eröffnet und ein frisches Wochentief von 4.311 USD erreicht hatte. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert das Edelmetall bei rund 4.350 USD, gestützt von einem schwächeren US-Dollar (USD) und nachlassenden Erwartungen an eine bevorstehende Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed). Das Metall bleibt jedoch unter dem am Donnerstag erreichten Zweimonatshoch von 4.449 USD.
Die in dieser Woche veröffentlichten US-Daten zum Verbraucherpreisindex (VPI) und Erzeugerpreisindex (EPI) zeigten, dass sich der Inflationsdruck allmählich abschwächt. Unterdessen stellten die schwächer als erwarteten US Nonfarm Payrolls (NFP) für Juli sowie deutliche Abwärtskorrekturen der Zahlen der beiden Vormonate die jüngste Stärke des Arbeitsmarkts infrage.
Die schwächeren US-Konjunkturdaten haben die Renditen am kurzen Ende der US-Staatsanleihen deutlich gedrückt und den US Dollar Index (DXY) unter 100 belastet, da Händler ihre Wetten auf eine Zinserhöhung der Fed im September zurückfahren. Der Fokus richtet sich nun auf die US-Einzelhandelsumsätze und das vorläufige Verbrauchervertrauen der Universität Michigan, die später am Freitag veröffentlicht werden.
Analysten bei MUFG heben hervor, dass "die Verlangsamung des privaten Beschäftigungswachstums und des Lohnwachstums in den vergangenen Monaten sowie die begrenzten Hinweise darauf, dass höhere Energiepreise seit Beginn des US-Iran-Konflikts auf die Kerninflation durchschlagen, der Fed mehr Spielraum geben, die Zinsen unverändert zu lassen."
Laut dem CME FedWatch Tool preisen Händler inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von rund 70% ein, dass die Fed die Kreditkosten im September unverändert lassen wird.
Dies schafft kurzfristig ein unterstützendes Umfeld für das zinslose Metall, doch der Inflationsausblick ist alles andere als geklärt. Die Inflation liegt weiterhin über dem 2%-Ziel der Fed, während die Auswirkungen des Energieschocks noch nicht vollständig abgeklungen sind. Die Ölpreise bleiben angesichts der anhaltenden Unsicherheit über die Wiedereröffnung der Straße von Hormus erhöht.
Die Renditen länger laufender US-Staatsanleihen bleiben ebenfalls hoch, da anhaltende Inflationsrisiken die Möglichkeit künftiger Fed-Zinserhöhungen offenlassen. Dies könnte das Aufwärtspotenzial von Gold begrenzen und Käufer vorsichtig machen, dem Metall nach seinem jüngsten Anstieg weiter hinterherzukaufen.
XAU/USD bleibt nahe den jüngsten Höchstständen, kämpft jedoch darum, einen entscheidenden Durchbruch über den 100-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 4.386 USD zu erzielen. Das Metall hält sich deutlich über dem 20-Tage-SMA, der bei 4.173 USD das mittlere Bollinger Band bildet.
Der Relative Strength Index (RSI) auf dem Tages-Chart liegt bei rund 62 und der Indikator Moving Average Convergence Divergence (MACD) im positiven Bereich deutet darauf hin, dass das bullishe Momentum weiterhin stark genug ist, um die obere Hürde herauszufordern.
Auf der Oberseite bildet der Bereich zwischen dem 100-Tage-SMA bei 4.386 USD und dem oberen Bollinger Band bei 4.455 USD eine starke Widerstandszone. Ein nachhaltiger Durchbruch über diesen Bereich könnte frisches bullishes Momentum bringen.
Auf der Abwärtsseite liegt die unmittelbare Unterstützung beim mittleren Bollinger Band um 4.173 USD, vor der psychologisch wichtigen Marke von 4.000 USD. Ein tieferer Rückgang würde das untere Bollinger Band nahe 3.891 USD freilegen.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.