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Goldpreis-Prognose: Die Rally läuft, doch jetzt wird es für Bullen gefährlich

Quelle Fxstreet

Der Goldpreis kennt seit Monaten fast nur eine Richtung. Seit September 2025 ging es um rund 20 % nach oben, inzwischen notiert Gold bei 4.701,34 US-Dollar. Eigentlich ein Bild, das Anleger freuen müsste.

Doch genau jetzt wird es interessant.

Denn während der langfristige Aufwärtstrend weiterhin vollkommen intakt ist, häufen sich kurzfristig die Warnzeichen. Der Goldpreis ist technisch überkauft, das Volumen lässt nach und direkt am Hoch ist ein Doji aufgetaucht. Das klingt zunächst nach technischen Details. Für Anleger steckt dahinter aber eine ziemlich einfache Frage: Läuft Gold direkt weiter auf neue Hochs – oder kommt vorher der Rücksetzer, auf den viele Käufer warten?

Aktuell spricht einiges dafür, dass die Rally zumindest eine Pause gebrauchen könnte. Gleichzeitig gibt es aber noch keinen überzeugenden Beweis dafür, dass der große Goldtrend bereits vorbei ist.

Und genau diese Mischung macht die aktuelle Goldpreis-Prognose so spannend.

Goldpreis Prognose
Goldpreis Prognose

Beim Goldpreis ist der Aufwärtstrend noch völlig intakt

Fangen wir mit der guten Nachricht für die Gold-Bullen an.

Zum 26. August 2026 notiert der Goldpreis bei 4.701,34 US-Dollar. Damit liegt Gold weiterhin klar über wichtigen langfristigen Trendmarken.

Der 200-Tage-Durchschnitt verläuft aktuell bei 4.546,14 US-Dollar. Solange der Goldpreis darüber bleibt, ist das übergeordnete technische Bild positiv. Noch deutlicher wird das beim SuperTrend: Auch dieser Indikator bleibt bei 4.430,72 US-Dollar bullish.

Das bedeutet konkret: Von einem echten Trendbruch kann derzeit keine Rede sein.

Wer nur auf den langfristigen Chart schaut, sieht weiterhin einen Markt, der höhere Kurse produziert und wichtige Unterstützungen respektiert. Die rund 20-%-Rally seit September 2025 bestätigt dieses Bild.

Trotzdem wäre es aus meiner Sicht ein Fehler, daraus abzuleiten, dass Gold jetzt zwangsläufig sofort weitersteigen muss.

Denn kurzfristig sieht die Sache deutlich angespannter aus.

Jetzt leuchtet beim Goldpreis ein erstes Warnsignal auf

Der Relative-Stärke-Index, kurz RSI, liegt inzwischen über 74.

Das ist wichtig, weil Werte oberhalb von 70 normalerweise als überkauft gelten. Ein überkaufter Markt muss zwar nicht unmittelbar fallen. Gerade in starken Trends kann der RSI längere Zeit auf einem hohen Niveau bleiben.

Aber: Je stärker sich ein Kurs von seinen Durchschnittswerten entfernt, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit einer Gegenbewegung.

Genau dieses Risiko besteht momentan beim Goldpreis.

Hinzu kommt, dass das Handelsvolumen beim jüngsten Anstieg zurückgegangen ist. Das ist ebenfalls kein ideales Signal. Steigt ein Markt auf neue Hochs, während gleichzeitig immer weniger Volumen hinter der Bewegung steckt, kann das darauf hindeuten, dass die Dynamik langsam nachlässt.

Noch ist das kein Grund zur Panik. Zusammen mit dem hohen RSI entsteht aber ein Bild, das Anleger ernst nehmen sollten.

Der Goldpreis ist stark – möglicherweise inzwischen aber etwas zu stark.

Dieser Doji macht die Goldpreis-Prognose besonders interessant

Ein weiteres Warnsignal tauchte direkt am Hoch auf.

Am 26. August bildete Gold bei 4.710,56 US-Dollar einen sogenannten Doji. Dabei liegen Eröffnungs- und Schlusskurs sehr nahe beieinander. Vereinfacht gesagt zeigt eine solche Kerze: Käufer und Verkäufer konnten sich nicht klar durchsetzen.

Mitten in einer Seitwärtsphase wäre das kaum erwähnenswert.

Nach einer langen Rally sieht die Sache anders aus.

Ein Doji direkt am Hoch kann darauf hindeuten, dass die Käufer erstmals an Schwung verlieren. Genau deshalb wird dieses Muster von technischen Anlegern häufig besonders genau beobachtet.

Natürlich reicht eine einzelne Kerze nicht aus, um daraus eine Trendwende abzuleiten. Das wäre viel zu einfach.

In Kombination mit einem RSI über 74 und sinkendem Volumen bekommt der Doji allerdings deutlich mehr Gewicht.

Die entscheidende Frage lautet jetzt also: Kommt nach der enormen Gold-Rally noch einmal genügend Kaufdruck auf – oder nutzen erste Anleger die hohen Kurse für Gewinnmitnahmen?

Bei 4.750 bis 4.808 Dollar wartet die entscheidende Hürde

Für die weitere Entwicklung des Goldpreises ist nun vor allem eine Zone wichtig: 4.750 bis 4.808 US-Dollar.

Hier treffen mehrere Widerstände aufeinander. Neben dem bisherigen Hoch befindet sich in diesem Bereich auch das obere Bollinger-Band.

Genau dort dürfte sich entscheiden, ob die aktuelle Rally noch einmal eine neue Stufe erreicht.

Gelingt Gold ein überzeugender Ausbruch über diese Zone, könnte das ein neues Kaufsignal liefern. Ein prozyklischer Einstieg wäre beispielsweise im Bereich um 4.720 US-Dollar beziehungsweise nach einem bestätigten Ausbruch denkbar. Als erstes Ziel kommt dann der Bereich um 4.800 US-Dollar infrage.

Das klingt zunächst attraktiv.

Doch gerade hier liegt auch die größte Gefahr.

Nach einem so starken Kursanstieg steigt das Risiko eines Fehlausbruchs. Gold könnte kurz über 4.808 US-Dollar steigen, Käufer in den Markt locken und anschließend wieder unter die Ausbruchszone zurückfallen.

Das wäre die klassische Bull Trap.

Wer jetzt aggressiv auf den nächsten Ausbruch setzt, sollte deshalb nicht nur auf den Kurs achten. Besonders wichtig wäre ein gleichzeitig steigendes Handelsvolumen. Ein neues Hoch ohne stärkere Marktteilnahme wäre deutlich weniger überzeugend.

Ein Rücksetzer könnte sogar die bessere Nachricht sein

Spannender finde ich derzeit fast die andere Variante.

Statt Gold direkt am Hoch hinterherzulaufen, könnten Anleger auf einen Rücksetzer warten. Besonders interessant ist dabei der Bereich zwischen 4.425 und 4.450 US-Dollar.

Warum genau dort?

Weil in dieser Zone gleich mehrere technische Unterstützungen zusammenkommen. Hier liegen der 20-Tage-Durchschnitt, das 38,2-%-Fibonacci-Retracement und der SuperTrend dicht beieinander.

Das macht diesen Bereich technisch deutlich bedeutender als irgendeine zufällige Kursmarke.

Sollte der Goldpreis tatsächlich bis etwa 4.450 US-Dollar zurückfallen und dort Käufer finden, wäre das nicht automatisch negativ. Im Gegenteil: Ein sauberer Pullback könnte den überkauften Zustand abbauen und gleichzeitig eine neue Basis für den nächsten Anstieg schaffen.

Für geduldige Bullen wäre ein solcher Rücksetzer deshalb möglicherweise attraktiver als ein Einstieg unmittelbar unter dem bisherigen Hoch.

Für dieses Szenario liegt eine wichtige Absicherung unterhalb von 4.300 US-Dollar. Das errechnete Chance-Risiko-Verhältnis des Breakout- beziehungsweise Pullback-Szenarios beträgt rund 2,33.

Das Vertrauen in dieses Szenario ist derzeit mittel. Am ehesten eignet es sich damit für Trendfolger, die nicht jedem Kurssprung hinterherlaufen müssen.

Auch die Gold-Bären bekommen langsam Argumente

Bislang hatten Anleger, die auf fallende Goldpreise gesetzt haben, wenig Grund zur Freude.

Doch mit der zunehmenden Überhitzung wird zumindest ein Gegentrend-Szenario interessanter.

Ein möglicher Einstieg könnte im Bereich um 4.750 US-Dollar entstehen, falls dort eine klare Divergenz oder ein bestätigtes Umkehrsignal auftaucht. Alternativ wäre ein Trendbruch im Bereich um 4.650 US-Dollar relevant.

Das Ziel eines solchen Szenarios läge zunächst bei rund 4.450 US-Dollar. Der Stopp wäre oberhalb von 4.850 US-Dollar anzusetzen.

Rechnerisch ergibt sich daraus ein Chance-Risiko-Verhältnis von rund 3,0.

Das klingt zunächst sogar besser als beim bullischen Setup. Trotzdem ist das Vertrauen in dieses Szenario niedriger.

Der Grund ist simpel: Wer derzeit auf fallende Goldpreise setzt, handelt gegen den übergeordneten Trend.

Genau deshalb wäre ein solcher Trade eher etwas für erfahrene Kontratrend-Anleger. Ohne bestätigte Divergenz bei RSI oder MACD beziehungsweise ohne einen klaren Bruch wichtiger Unterstützungen bleibt ein größerer Short gegen Gold riskant.

Zwischen 4.550 und 4.700 Dollar ist Abwarten womöglich die beste Strategie

Es gibt außerdem einen Bereich, in dem aus technischer Sicht derzeit vergleichsweise wenig zu holen ist.

Zwischen rund 4.550 und 4.700 US-Dollar befindet sich Gold gewissermaßen im Niemandsland.

Für einen attraktiven Einstieg nach einem Rücksetzer ist der Kurs dort noch zu weit von der starken Unterstützungszone um 4.425 bis 4.450 US-Dollar entfernt.

Für einen überzeugenden Ausbruch liegt Gold gleichzeitig noch unterhalb des wichtigen Widerstandsbereichs bei 4.750 bis 4.808 US-Dollar.

Das Chance-Risiko-Verhältnis ist in dieser Zone entsprechend schlechter.

Manchmal ist an der Börse eben nicht der nächste Trade die beste Entscheidung, sondern das Warten auf einen besseren Kurs.

Gerade nach einer starken Rally kann Geduld einen erheblichen Unterschied machen.

Das sind jetzt die wichtigsten Marken für den Goldpreis

Für Bullen bleibt zunächst die Zone um 4.425 bis 4.450 US-Dollar besonders relevant. Dort treffen mehrere wichtige Unterstützungen aufeinander.

Darunter wird es spätestens im Bereich von 4.300 US-Dollar kritisch. Ein nachhaltiger Rückgang unter diese Marke würde das kurzfristige technische Bild deutlich verschlechtern.

Auf der Oberseite müssen Anleger dagegen vor allem 4.750 bis 4.808 US-Dollar im Blick behalten.

Gelingt dort der Ausbruch, könnte sich die Rally fortsetzen. Scheitert Gold dagegen erneut an dieser Zone, steigt das Risiko einer stärkeren Konsolidierung.

Für bearishe Positionen wäre ein Anstieg über 4.850 US-Dollar wiederum ein wichtiges Warnsignal.

Goldpreis-Prognose: Der Trend ist stark, aber der Einstieg wird schwieriger

Was bedeutet das alles für Anleger?

Der Goldpreis befindet sich weiterhin in einem klaren Aufwärtstrend. Das ist die wichtigste Erkenntnis.

Gleichzeitig ist der Markt inzwischen überkauft. Der RSI liegt über 74, das Volumen schwächt sich ab und ein Doji direkt am Hoch zeigt erstmals sichtbare Unsicherheit.

Zusätzlich ist die aktuelle Impulswelle technisch bereits zu rund 90 % abgeschlossen. Eine Konsolidierung wäre deshalb keineswegs überraschend.

Eine bestätigte negative Divergenz gibt es bislang allerdings nicht. Genau deshalb wäre es meiner Meinung nach zu früh, bereits das Ende der Gold-Rally auszurufen.

Vielmehr stehen Anleger jetzt vor zwei interessanten Szenarien.

Entweder Gold bricht überzeugend über 4.750 bis 4.808 US-Dollar aus und bestätigt damit den nächsten Aufwärtsimpuls.

Oder der Markt gönnt sich zunächst die längst mögliche Verschnaufpause und läuft zurück in Richtung 4.425 bis 4.450 US-Dollar.

Gerade die zweite Variante wäre für langfristig bullishe Anleger nicht zwingend schlecht. Ein gesunder Rücksetzer könnte die technische Überhitzung abbauen und neue Käufer in den Markt locken.

Was ich aktuell dagegen vermeiden würde: einem Goldpreis hinterherzulaufen, nur weil er gerade stark steigt.

Nach einer Rally von rund 20 % wird das Timing wichtiger.

Der Goldpreis ist noch bullish. Aber die leichte Phase dieser Bewegung könnte inzwischen vorbei sein.

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