Commerzbank-Ökonom Dr. Ralph Solveen verweist auf die deutliche Aufhellung des Ifo-Geschäftsklimaindex im August. Das Barometer stieg von 86,7 auf 88,8 Punkte, wobei sich sowohl die Einschätzung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen verbesserten. Eine stärkere Nachfrage aus dem Ausland, steigende Staatsausgaben und die bessere Stimmung könnten das Wachstum stützen. Trotz struktureller Probleme und schwacher privater Investitionen sieht Solveen Aufwärtsrisiken für die Wachstumsprognose der Commerzbank von 1 Prozent für Deutschland im Jahr 2026.
„Der Ifo-Geschäftsklimaindex hat sich im August trotz eines weiteren Anstiegs der Energiepreise deutlich verbessert. Der Zuwachs um mehr als zwei Punkte von 86,7 auf 88,8 ist sowohl auf positivere Erwartungen als auch auf eine weniger negative Einschätzung der aktuellen Lage zurückzuführen. Dies deutet darauf hin, dass die Wirtschaft trotz des Gegenwinds in den kommenden Monaten weiter an Fahrt gewinnen wird.“
„Zusammen mit der heute Morgen veröffentlichten Aufwärtsrevision der BIP-Zahlen für das erste Halbjahr lassen die starken Ifo-Daten die Aussichten für die deutsche Wirtschaft in einem positiveren Licht erscheinen. Die deutsche Wirtschaft profitiert eindeutig von einer deutlich stärkeren Nachfrage aus dem Ausland.“
„Auch der Rückenwind durch höhere Staatsausgaben, der bislang offenbar verhalten ausgefallen ist, dürfte in den kommenden Quartalen zunehmen. Darüber hinaus deutet die verbesserte Unternehmensstimmung darauf hin, dass die negativen Folgen der steigenden Energiepreise und die Auswirkungen der extremen Dürre die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal weniger stark belasten werden als bislang angenommen.“
„Auch wenn wir weiterhin davon ausgehen, dass die deutsche Wirtschaft durch erhebliche strukturelle Probleme gebremst wird – worauf die anhaltend schwachen privaten Investitionen hindeuten –, bestehen durchaus Aufwärtsrisiken für unsere Wachstumsprognose von 1 Prozent für 2026.“