Gold (XAU/USD) setzt seine Gewinne den zweiten Tag in Folge fort und wird am Freitag während der europäischen Handelsstunden bei rund 4.610 USD gehandelt. Der Preis des Edelmetalls bleibt innerhalb des aufsteigenden Kanal-Musters und signalisiert damit eine anhaltende bullische Tendenz.
Das Paar XAU/USD behält eine konstruktive bullische Tendenz bei, da der Spotpreis sowohl über dem Neun-Perioden- als auch dem 50-Perioden Exponential Moving Average (EMA) bleibt und damit den kurz- und mittelfristigen Trend nach oben ausgerichtet hält. Der 14-Tage-Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei rund 67 und bewegt sich im bullischen Bereich, bleibt jedoch unter extrem überkauften Bedingungen, was darauf hindeutet, dass das Aufwärtsmomentum weiterhin dominiert, auch wenn es zunehmend ausgedehnt ist.
Der Goldpreis könnte in Richtung des Drei-Monats-Hochs von 4.697,07 USD steigen, das am 25. August erreicht wurde. Ein Ausbruch über dieses Niveau würde dem Paar XAU/USD den Weg zur oberen Begrenzung des aufsteigenden Kanals bei rund 4.850,00 USD öffnen.
Auf der Unterseite liegt die unmittelbare Unterstützung beim Neun-Tage-EMA von 4.557,72 USD, gefolgt von der unteren Begrenzung des aufsteigenden Kanals bei rund 4.500 USD. Ein Bruch unter diese Unterstützungszone würde die bullische Tendenz schwächen und den Goldpreis unter Druck setzen, um den 50-Tage-EMA bei 4.336,84 USD zu testen, gefolgt vom Drei-Wochen-Tief bei 4.311,04 USD, das am 14. August verzeichnet wurde.
Analysten der Deutschen Bank heben ein festeres Umfeld bei Zinsen und Rohstoffen hervor und weisen darauf hin, dass sowohl die "10y US Real Yield @ 2.34 // 2 bp" als auch die "10y US Breakevens @ 2.33 // 1 bp" leicht gestiegen sind, ebenso wie der Anstieg beim "10y German Breakeven @ 2.13 // 2 bp." Die Kreditmärkte zeigten sich insgesamt stabil, mit "iTraxx Europe 125 @ 51 // unch," "CDX 125 @ 50 // unch," und "CDX EM @ 98.4 // unch," während sich die Finanzindizes kaum bewegten, da "iTraxx Sen Fin @ 54 // unch" und "iTraxx Sub Fin @ 87 // +1" nur geringfügige Veränderungen zeigten. Bei Rohstoffen und Devisen verweist die Deutsche Bank auf "WTI Oil^ @ 83.13 // +1.94%" und einen etwas schwächeren Euro als "EUR/USD^ @ 1.165 // -0.10%." Die Aktienstimmung in Asien war konstruktiv, mit dem "NIKKEI @ 66624 // +0.74%" und dem "Hang Seng @ 25685 // +0.47%," während die Volatilität nachließ, da der "VIX @ 14.51 // -0.70" weiter zurückging. Vor diesem Hintergrund steigender Realrenditen und stärkerer Ölpreise geriet "Gold^ @ 4579 // -0.85%" unter Druck.
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Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.