Der Goldpreis kommt nicht richtig vom Fleck. Am 24. September notieren die Gold-Futures bei 4.325,37 US-Dollar und damit gerade einmal 0,16 % im Plus. Das klingt zunächst unspektakulär. Doch aus technischer Sicht steht Gold gerade an einem Punkt, an dem schon die nächsten rund 50 Dollar darüber entscheiden könnten, ob sich der jüngste Abwärtsdruck deutlich verschärft – oder ob die Käufer noch einmal zurückschlagen.
Wichtig dabei: Die aktuelle Tageskerze ist noch nicht abgeschlossen. Das heutige Signal ist damit vorläufig.
Trotzdem ist das Bild derzeit klar genug. Der Goldpreis handelt unter wichtigen gleitenden Durchschnitten, das Momentum zeigt nach unten und auch der RSI gibt noch keine echte Entwarnung. Gleichzeitig befindet sich der Kurs aber bereits nahe einer technischen Unterstützungszone. Genau das macht die Lage so spannend.
Denn aktuell entscheidet sich, ob Gold hier einen Boden findet oder die nächste Verkaufswelle beginnt.

Ein Blick auf die wichtigsten Indikatoren zeigt zunächst wenig Erfreuliches für Gold-Bullen.
Der Goldpreis liegt unter seinem 20-Tage-Durchschnitt bei 4.413,54 US-Dollar. Kurzfristig bleibt das Momentum damit angeschlagen. Noch wichtiger ist jedoch der 200-Tage-Durchschnitt bei 4.572,25 US-Dollar. Auch darunter handelt Gold derzeit deutlich.
Das zeigt: Nicht nur kurzfristig, sondern auch im größeren Chartbild steht der Goldpreis unter Druck.
Der MACD passt zu diesem Bild. Er liegt bei minus 20,71 und damit unter seiner Signallinie von minus 3,94. Vereinfacht gesagt: Die Abwärtsbewegung besitzt weiterhin Momentum.
Beim RSI sieht es etwas weniger dramatisch aus. Mit 41,58 Punkten befindet sich der Indikator zwar unter der neutralen Marke von 50, aber noch deutlich über dem klassischen überverkauften Bereich.
Das bedeutet: Die Verkäufer bestimmen momentan das Geschehen, gleichzeitig ist Gold technisch aber noch nicht extrem nach unten überdehnt.
Und genau hier wird es interessant.
Der Goldpreis liegt mit aktuell 4.325,37 US-Dollar bereits recht nahe am unteren Bollinger-Band bei 4.300,88 US-Dollar. Solche Bereiche können kurzfristig Käufer anlocken und zumindest eine Gegenbewegung auslösen.
Ob daraus mehr wird, hängt jetzt allerdings von einigen ganz konkreten Kursmarken ab.
Die erste wichtige Unterstützung liegt bei 4.273,30 US-Dollar.
Solange diese Zone hält, besteht zumindest die Chance, dass sich der Goldpreis stabilisiert. Fällt sie jedoch, wird es technisch deutlich unangenehmer.
Dann rückt zunächst der Bereich um 4.133,30 US-Dollar in den Fokus. Darunter wartet bei 3.955,40 US-Dollar das nächste größere Swing-Tief und damit eine wesentlich wichtigere langfristige Unterstützung.
Besonders kritisch wäre deshalb ein Tagesschluss unter 4.270 US-Dollar. Genau dieser Schritt würde das aktuell bärische Bild bestätigen.
Auf der Oberseite wartet dagegen schon relativ früh die erste Hürde.
Bei 4.349,80 US-Dollar liegt das 23,6-%-Fibonacci-Retracement. Schafft es Gold darüber, wäre zumindest kurzfristig etwas Druck aus dem Markt.
Richtig interessant wird es aber erst etwas höher.
Der 20-Tage-Durchschnitt liegt bei 4.413,54 US-Dollar. Darüber folgt bei 4.435 US-Dollar eine Zone, die für das aktuelle Chartbild besonders wichtig ist.
Steigt der Goldpreis nachhaltig über diese Marke, würde das bärische Szenario deutlich an Kraft verlieren.
Die nächste große Hürde wartet dann erst bei 4.572,25 US-Dollar. Dort verläuft der 200-Tage-Durchschnitt – und damit eine Marke, die für eine echte Trendwende deutlich wichtiger wäre.
Der Goldpreis steckt damit momentan ziemlich genau zwischen zwei Welten.
Unter 4.270 US-Dollar verschlechtert sich das Bild erheblich. Über 4.435 US-Dollar könnten dagegen die Käufer wieder die Kontrolle übernehmen.
Das aggressivere bärische Szenario beginnt bereits bei einem Bruch des aktuellen Tagestiefs im Bereich von 4.320 US-Dollar.
In diesem Fall läge ein möglicher Absicherungsbereich bei 4.355 US-Dollar, also oberhalb der jüngsten Hochs. Das Kursziel dieses Szenarios befindet sich bei rund 4.130 US-Dollar.
Das Verhältnis zwischen möglichem Gewinn und Risiko liegt dabei bei ungefähr 1,5 zu 1.
Die Aussagekraft dieses Signals ist allerdings nur mittel. Der Grund ist einfach: Die entscheidende Unterstützung ist bislang noch nicht gefallen.
Deutlich aussagekräftiger wäre deshalb die konservativere Variante.
Dafür müsste Gold zunächst einen Tagesschluss unter 4.270 US-Dollar liefern. Ein mögliches Einstiegsszenario würde dann bei etwa 4.265 US-Dollar liegen.
Steigt der Kurs anschließend wieder über 4.355 US-Dollar, wäre der Ausbruch nach unten infrage gestellt.
Auf der Unterseite würde sich dagegen Raum bis rund 3.960 US-Dollar eröffnen. Das Verhältnis zwischen Chance und Risiko läge in diesem Szenario bei etwa 3,38 zu 1.
Auch hier bleibt die Einschätzung bei mittlerer Sicherheit. Der große Unterschied: Dieses Szenario verlangt zunächst eine klare Bestätigung durch den Markt.
Natürlich gibt es auch ein bullisches Szenario.
Dafür muss der Goldpreis zunächst die Marke von 4.349,80 US-Dollar zurückerobern.
Für aggressivere Marktteilnehmer würde sich damit oberhalb von etwa 4.350 US-Dollar ein mögliches Erholungsszenario ergeben. Die wichtige Absicherung läge unterhalb der Unterstützung bei 4.270 US-Dollar.
Auf der Oberseite wäre dann ein Anstieg bis etwa 4.720 US-Dollar denkbar.
Das Chance-Risiko-Verhältnis liegt hier bei rund 2 zu 1.
Allerdings läuft dieses Szenario gegen den aktuellen Trend. Entsprechend niedrig ist derzeit auch die Sicherheit dieser Variante.
Mehr Substanz hätte die Bewegung erst, wenn Gold den 20-Tage-Durchschnitt wieder zurückerobert.
Für ein konservativeres bullisches Szenario wäre deshalb ein Tagesschluss oberhalb dieses Durchschnitts nötig. Ein möglicher Einstieg läge dann bei rund 4.420 US-Dollar.
Die Absicherungszone bliebe bei 4.270 US-Dollar, während sich auf der Oberseite ein Ziel von rund 4.950 US-Dollar ergeben würde.
Das Chance-Risiko-Verhältnis läge damit bei etwa 3,53 zu 1.
Doch auch hier gilt: Ohne neues Momentum und entsprechendes Handelsvolumen fehlt bislang die Bestätigung.
Bei diesen Marken handelt es sich ausdrücklich um technische Szenarien und nicht um konkrete Handelsempfehlungen.
Unterm Strich ist die Lage beim Goldpreis aktuell ungewöhnlich klar.
Die kurzfristigen technischen Signale sprechen eher für die Verkäufer. Gold handelt unter dem 20- und dem 200-Tage-Durchschnitt, der MACD bleibt negativ und auch der RSI liegt unter 50.
Gleichzeitig befindet sich der Kurs aber schon nahe dem unteren Bollinger-Band und damit in einem Bereich, in dem zumindest kurzfristig Käufer auftauchen könnten.
Genau deshalb dürfte die Zone zwischen 4.270 und 4.435 US-Dollar jetzt entscheidend werden.
Fällt der Goldpreis unter 4.270 US-Dollar und bestätigt diesen Schritt mit einem Tagesschluss, könnte sich die Abwärtsbewegung in Richtung 4.130 US-Dollar beschleunigen.
Gelingt dagegen die Rückkehr über 4.435 US-Dollar, würde sich das technische Bild spürbar aufhellen.
Bis dahin bleibt Gold in einer unangenehmen Zwischenphase: zu schwach für ein klares Kaufsignal, aber gleichzeitig nah genug an wichtigen Unterstützungen, um eine Gegenbewegung jederzeit möglich zu machen.
Für Anleger ist deshalb nicht jede kleine Bewegung entscheidend. Viel wichtiger sind jetzt genau zwei Marken: 4.270 US-Dollar auf der Unterseite und 4.435 US-Dollar auf der Oberseite.
Der nächste klare Ausbruch könnte zeigen, welche Richtung der Goldpreis als Nächstes einschlägt.
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