HSBC hält an ihrer besonders optimistischen Haltung zu Aktien fest und rät Anlegern, vor allem auf Technologiewerte zu setzen. Die Bank sucht nach Katalysatoren, die Risikoanlagen aus der seit Monaten anhaltenden Handelsspanne nach oben herausführen könnten.
Chef-Multi-Asset-Stratege Max Kettner schrieb in einer Mitteilung an Kunden, dass sich die jüngsten Konjunkturdaten beschleunigt hätten. Der Anstieg der Energiepreise und der globalen Anleiherenditen habe zudem Spuren an den Aktien- und Kreditmärkten hinterlassen - entgegen der weit verbreiteten Einschätzung.
Die entscheidende Frage sei nun, was die schwankungsanfällige Handelsspanne aufbrechen könne, schrieb Kettner.
Kurzfristig sieht Kettner zwei wahrscheinliche Treiber. Zum einen weitere unterstützende Nachrichten vom Ölmarkt, etwa zur saudischen Ost-West-Pipeline. Zum anderen den Anstieg der Wettquoten in der vergangenen Woche, wonach die Demokraten bei den Zwischenwahlen das Repräsentantenhaus gewinnen könnten. Das könnte Kettner zufolge politische Kurswechsel der US-Regierung auslösen.
"Beides sollte als Katalysator für Gewinne in praktisch allen Anlageklassen wirken", schrieb er.
Die Bank bleibt bei Aktien maximal übergewichtet und setzt weiterhin am stärksten auf Technologie. Bevorzugt werden US- und asiatische Technologiewerte sowie US-Tech gegenüber Nebenwerten, daneben europäische Banken.
Bei Schwellenländeranleihen und Hochzinsanleihen bleibt HSBC leicht übergewichtet. Britische Staatsanleihen stufte die Bank nach der Ankündigung der Bank of England zum quantitativen Straffungskurs auf Übergewichten hoch.
Untergewichtet bleibt HSBC bei Staatsanleihen der Eurozone und japanischen Staatsanleihen, insbesondere am langen Ende. Eine zögerliche Bank of Japan könnte zudem die Outperformance japanischer Banken beenden, hieß es.
Auch Gold bleibt übergewichtet. Dort dürften die Themen "Entdollarisierung und finanzielle Repression" laut HSBC dafür sorgen, dass Rücksetzer begrenzt bleiben.