Die Strategen Francesco Pesole, Frantisek Taborsky und Chris Turner von ING sehen den US-Dollar nach Aussagen aus dem Iran über eine verletzte Waffenruhe zwar stabilisiert, erwarten jedoch weiterhin Spielraum für erneute Schwäche. Die jüngsten Protokolle der Federal Reserve hätten Risiken in beide Richtungen unterstrichen und ließen Raum für eine lockerere Neubewertung der geldpolitischen Erwartungen.
"Iran sagte gestern, dass die Waffenruhe verletzt worden sei, was dem Dollar half, einen kleinen Teil seiner Verluste wettzumachen. Das ist eine Erinnerung daran, dass die Lage weiterhin sehr unsicher bleibt und kleinere Eskalationen möglich sind, selbst wenn sich der Konflikt in Richtung einer breiteren Lösung bewegt."
"Auf makroökonomischer Seite lösten die Fed-Protokolle gestern eine leicht restriktive Marktreaktion aus – mit Swap-Sätzen, die nun bis Jahresende nur noch etwa 7 Basispunkte an Lockerung einpreisen, nachdem es zuvor rund 15 Basispunkte gewesen waren. Der wichtigste Punkt der Protokolle war aus unserer Sicht jedoch die Bestätigung von Risiken in beide Richtungen infolge des Krieges, wobei schnellere Zinssenkungen als Option diskutiert wurden, falls Arbeitsplatzverluste stärker ausfallen als die Inflation. Wir sehen von hier aus Spielraum für eine lockerere Neubewertung der Fed-Erwartungen – negativ für den Dollar."
"Das Marktgeschehen wird weiterhin von Schlagzeilen bestimmt. Hinweise darauf, dass der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wieder zunimmt, könnten zusätzlichen Druck auf den Dollar ausüben, doch für eine nachhaltigere Bewegung wären Signale nötig, dass sich die Waffenruhe zu einer dauerhaften Vereinbarung entwickelt. Andernfalls könnten die Märkte wieder nervöser werden, sobald sich das Ende der zweiwöchigen Waffenruhe nähert."