Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des US-Dollars (USD) gegenüber sechs wichtigen Währungen misst, stoppt seine vier Tage andauernde Talfahrt und notiert während der asiatischen Handelszeiten am Freitag um 98,90. Die Händler warten auf den US-Verbraucherpreisindex (VPI), der später während der nordamerikanischen Sitzung veröffentlicht wird und ein wichtiger Katalysator für die kurzfristige Geldpolitik der Federal Reserve (Fed) ist.
Der Greenback wird weiterhin durch erneute Risikoaversion gestützt, die durch die anhaltende Unsicherheit bezüglich des Waffenstillstands zwischen den Vereinigten Staaten (USA) und dem Iran verursacht wird. Die Marktstimmung bleibt vorsichtig, da Israel trotz der Aussage von Benjamin Netanyahu, dass Israel bald direkte Verhandlungen mit dem Libanon aufnehmen wird, weiterhin Angriffe auf die Hisbollah durchführt. Unterdessen sagte US-Präsident Donald Trump, dass US-Truppen rund um den Iran stationiert bleiben, bis die vollständige Einhaltung des Abkommens erreicht ist.
JD Vance wird zusammen mit den leitenden Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner an diesem Wochenende in Pakistan erwartet, um über ein mögliches langfristiges Abkommen mit dem Iran zu sprechen. Im Gegensatz dazu erklärte Esmaeil Baghaei, dass Verhandlungen zur Beendigung des Konflikts von der Einhaltung der Waffenstillstandsverpflichtungen durch die USA abhängen, einschließlich der Einstellung der Feindseligkeiten im Libanon, eine Interpretation, die von Washington und Israel abgelehnt wird.
Darüber hinaus deuten die Protokolle der März-Sitzung der Federal Reserve darauf hin, dass die Entscheidungsträger eine abwartende Haltung einnehmen, während sie anerkennen, dass die mit höheren Ölpreisen verbundenen Inflationsrisiken zunehmend ausgeglichener werden.
Der US-Dollar (USD) ist die offizielle Währung der Vereinigten Staaten und in vielen weiteren Ländern als „de facto“-Währung im Umlauf. Er ist die am häufigsten gehandelte Währung weltweit und dominiert mit 88 % des globalen Devisenhandels. Daten von 2022 zeigen, dass täglich ein Handelsvolumen von rund 6,6 Billionen US-Dollar umgesetzt wird. Der US-Dollar löste nach dem Zweiten Weltkrieg das Britische Pfund als Weltreservewährung ab, nachdem der Goldstandard 1971 abgeschafft wurde.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des US-Dollars beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Federal Reserve (Fed) bestimmt wird. Die Fed hat zwei Hauptziele: Preisstabilität (Inflationskontrolle) und Förderung der Vollbeschäftigung. Ihr primäres Werkzeug zur Erreichung dieser Ziele ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Preise zu schnell steigen und die Inflation über dem Ziel von 2 % liegt, erhöht die Fed die Zinsen, was dem Wert des US-Dollars zugutekommt. Fällt die Inflation unter 2 % oder ist die Arbeitslosenquote zu hoch, senkt die Fed möglicherweise die Zinsen, was den Greenback belastet.
In außergewöhnlichen Situationen greift die Federal Reserve auf Maßnahmen wie die quantitative Lockerung (QE) zurück. Dies geschieht, wenn Zinssenkungen allein nicht ausreichen, um das Finanzsystem zu stabilisieren. QE ermöglicht es der Fed, mehr Geld zu drucken und US-Staatsanleihen von Banken zu kaufen, um die Kreditvergabe anzukurbeln. Diese expansive Maßnahme schwächt in der Regel den US-Dollar, da sie die Geldmenge erhöht und das Vertrauen in die Währung senkt.
Quantitative Tightening (QT) stellt den umgekehrten Prozess zu Quantitative Easing (QE) dar. Die US-Notenbank Federal Reserve beendet den Ankauf von Anleihen und investiert die fällig werdenden Rückzahlungen nicht in neue Anleihen. In der Regel wirkt sich dieser Prozess positiv auf den US-Dollar aus.