Ripple (XRP) steckt in einem Abwärtstrend fest und notiert am Freitag nahe 1,30 Dollar. Der bärische Richtungswechsel des Zahlungs-Tokens spiegelt die Entwicklung am breiteren Kryptomarkt wider. Dort hält der starke Verkaufsdruck angesichts der Sorgen über eine zunehmende Inflation in den Vereinigten Staaten an.
Ein Tagesschluss über der wichtigen Nachfragezone bei 1,30 Dollar könnte den Kurs stabilisieren und eine Seitwärtskonsolidierung einleiten. Dies könnte Käufer anlocken, die den Rückgang zum Einstieg nutzen. Setzt sich die Korrektur jedoch fort, dürften mit 1,12 und 1,00 Dollar tiefere psychologisch wichtige Marken in Reichweite rücken.
Das US-Arbeitsministerium veröffentlichte am Mittwoch den Verbraucherpreisbericht für September. Demnach beschleunigte sich die Gesamtinflation von 3,4 Prozent im August auf 3,7 Prozent und übertraf damit die Prognose von 3,6 Prozent.
Die Kerninflation ohne die schwankungsanfälligen Lebensmittel- und Energiepreise stieg im Jahresvergleich von 2,4 auf 2,6 Prozent. Gegenüber dem Vormonat erhöhte sich die Gesamtinflation im September um 0,6 Prozent nach 0,4 Prozent im August. Die Kernrate legte unterdessen den zweiten Monat in Folge um 0,3 Prozent zu.

Krypto-Angst-und-Gier-Index | Quelle: Alternative
XRP fiel nach den Verbraucherpreisdaten im Zuge des breiten Ausverkaufs am Kryptomarkt auf 1,30 Dollar. Auch die Nachfrage nach digitalen Vermögenswerten erhielt einen Dämpfer. Der Angst-und-Gier-Index sank am Donnerstag von 62 Punkten im Bereich „Gier“ auf 53 Punkte und damit in die neutrale Zone. Eine anhaltende Eintrübung der Marktstimmung würde den kurzfristigen Ausblick für XRP belasten und den Token weitgehend anfällig für weiteren Verkaufsdruck machen.
Die Zuflüsse in börsengehandelte XRP-Kassafonds beliefen sich am Mittwoch lediglich auf 740.000 Dollar. Dies passt zur allgemeinen Risikoaversion am Markt und deutet darauf hin, dass Anleger ihre Positionierung angesichts wachsender Inflationssorgen überprüfen. Zudem ist die ETF-Aktivität bereits seit dem vergangenen Freitag verhalten.

XRP-ETF-Ströme | Quelle: SoSoValue
On-Chain-Daten zeigen dagegen, dass die XRP-Zuflüsse großer Anleger zu Binance zugenommen und den höchsten Stand seit sieben Monaten erreicht haben. CryptoQuant erklärte auf X: „Steigende Zuflüsse großer Anleger an zentralisierte Börsen können die für den Handel verfügbare Menge an XRP erhöhen und dadurch möglicherweise das Risiko eines stärkeren Verkaufsdrucks vergrößern.“

XRP-Zuflüsse großer Anleger | Quelle: CryptoQuant
XRP notiert bei rund 1,30 Dollar und setzt seine Korrektur fort. Der Kurs hält sich knapp über der SuperTrend-Unterstützung bei 1,30 Dollar, bleibt aber deutlich unter den wichtigen exponentiell gleitenden Durchschnitten. Der 100-Tage-Durchschnitt bei 1,34 Dollar, die 200-Tage-Linie bei 1,38 Dollar und der 50-Tage-Durchschnitt nahe 1,39 Dollar verlaufen allesamt oberhalb des Kurses und bilden eine dichte Widerstandszone.
Die Momentum-Indikatoren bestätigen den bärischen Grundton. Der MACD liegt sowohl unter der Nulllinie als auch unter seiner Signallinie. Der Relative-Stärke-Index bewegt sich mit 36 Punkten nahe am überverkauften Bereich. Dies deutet auf einen nachlassenden, aber weiterhin dominierenden Abwärtsdruck hin.

XRP/USDT-Tageschart
Der erste Widerstand liegt am 100-Tage-Durchschnitt bei rund 1,34 Dollar. XRP müsste diese Marke zurückerobern, um den unmittelbaren Verkaufsdruck zu verringern. Danach folgen die 200-Tage-Linie bei 1,38 Dollar und der 50-Tage-Durchschnitt bei 1,39 Dollar als breitere Angebotszone. Auf der Unterseite bildet die SuperTrend-Linie bei 1,30 Dollar die kurzfristige Unterstützung. Ein klarer Bruch darunter würde weitere Verluste ermöglichen. Solange die Marke hält, bleibt dagegen eine technische Erholung in Richtung der gebündelten Durchschnittslinien möglich.