Der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Luis de Guindos, erklärte während der europäischen Handelssitzung am Dienstag, dass die Zentralbank private Kredite als eine der Quellen für Risiken für die Finanzstabilität neben hohen Marktbewertungen und einer lockeren Fiskalpolitik in einigen Ländern sieht, berichtet Reuters.
Die Kommentare von EZB-Guindos scheinen keine Auswirkungen auf den Euro (EUR) zu haben, da sie offenbar keine Hinweise auf den geldpolitischen Ausblick enthalten. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert EUR/USD 0,2 % niedriger bei rund 1,1760, während der US-Dollar (USD) fest handelt.
Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.
In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.
Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.