Der MUFG-Analyst Lloyd Chan sieht den indonesischen Rupiah weiterhin unter erheblichem Druck durch das globale Marktumfeld. Höhere US-Renditen, steigende Ölpreise und schrumpfende Zinsdifferenzen belasteten die indonesische Währung gegenüber dem US-Dollar. Gleichzeitig verweist er auf zunehmende makroökonomische Risiken durch eine schwächere Leistungsbilanz, fiskalische Belastungen und nachlassendes Wachstum. Zugleich könnten jedoch überdehnte Marktpositionierungen und eine günstige Bewertung des Rupiah eine Gegenbewegung bei USD/IDR begünstigen.
„Die makroökonomischen Belastungsfaktoren bleiben dominant. Höhere US-Renditen (zweijährige Staatsanleihen über 4 Prozent), erhöhte Ölpreise und sinkende Zinsdifferenzen auf historisch niedrigen Niveaus setzen den Rupiah gegenüber dem Dollar weiterhin unter Druck.“
„Die makroökonomischen Risiken nehmen zu. Eine schwächere Leistungsbilanz (-1,1 Prozent des BIP im ersten Quartal), steigende fiskalische Risiken durch Energiesubventionen sowie eine nachlassende Dynamik des zugrunde liegenden Wachstums erhöhen die Anfälligkeit des Rupiah. Das Wachstum im ersten Quartal wurde vor allem durch einen kräftigen Anstieg der Staatsausgaben getragen (+1,3 Prozentpunkte zum Wachstum gegenüber +0,4 Prozentpunkten im vierten Quartal 2025).“
„Die Inflationsrisiken sind nach oben gerichtet - getrieben durch höhere Ölpreise, einen schwächeren Rupiah und eine sich schließende Produktionslücke, auch wenn Subventionen die Weitergabe der Kosten teilweise verzögern. Wir erwarten für 2026 eine durchschnittliche Inflationsrate von 3 Prozent (2025: 1,9 Prozent) sowie ein BIP-Wachstum von 5,3 Prozent (2025: 5,1 Prozent).“
„Die geldpolitische Straffung der indonesischen Notenbank BI (Anhebung um 50 Basispunkte im Mai) sowie höhere Renditen bei zwölfmonatigen SRBI-Papieren von 6,8 Prozent stützen den Rupiah teilweise. Allerdings belasten Sorgen über staatliche Eingriffe in Rohstoffexporte zusätzlich das Vertrauen der Investoren. Weitere zwei Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte durch die BI könnten in diesem Jahr folgen, um den Rupiah zu stabilisieren.“
„Angesichts überdehnter Positionierungen und günstiger Bewertungen könnte sich das Chancen-Risiko-Verhältnis verschieben, wodurch USD/IDR zunehmend anfällig für eine durch Auslöser getriebene Gegenbewegung wird. Das Währungspaar bewegt sich inzwischen tief im überkauften Bereich, während der Rupiah auf Basis des real effektiven Wechselkurses sehr günstig erscheint - nahe den Niveaus während des ‚Taper Tantrum‘ von 2013. Eine Entspannung im Verhältnis zwischen den USA und dem Iran könnte ein wichtiger Auslöser für eine Trendwende sein.“