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Tesla Cybercab heute offiziell enthüllt: Können Robotaxis neue Wachstumspotenziale erschließen?

Quelle Tradingkey

TradingKey - Am 3. September wird Tesla (TSLA) den speziell für Robotaxis entwickelten Cybercab in Austin, Texas, offiziell enthüllen. Als erstes speziell für fahrerlose Ride-Hailing-Szenarien konzipierte Modell von Tesla verfügt der Cybercab über zwei Sitzplätze sowie Flügeltüren und verzichtet auf ein herkömmliches Lenkrad und Pedale, wobei der Fahrzeugbetrieb in erster Linie auf dem autonomen Fahrsystem FSD von Tesla basiert.

Beflügelt von den Erwartungen rund um das Präsentationsevent stiegen die Tesla-Aktien im vorbörslichen Handel um über 1 %.

Tesla gab im April dieses Jahres den Beginn der Cybercab-Produktion bekannt und führt seitdem öffentliche Straßentests in Austin durch. Allerdings hat das Unternehmen noch nicht bekannt gegeben, wann das Fahrzeug offiziell für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird oder ob es die für den vollständigen kommerziellen Betrieb erforderlichen behördlichen Genehmigungen erhalten hat.

Kann das Cybercab vom Showcase in den kommerziellen Betrieb übergehen?

Der Hauptgrund, warum diese Präsentation auf so große Aufmerksamkeit am Markt stößt, ist nicht nur das neue Fahrzeug selbst, sondern die Frage, ob Tesla fahrerlose Robotaxis tatsächlich von Produktdemonstrationen in den kommerziellen Skalenbetrieb überführen kann.

Andrew Percoco, Analyst bei Morgan Stanley, ist der Ansicht, dass die Bedeutung dieser Cybercab-Präsentation über die gewöhnlichen Produktevents von Tesla hinausgeht. Von seinem Kursziel von 400 US-Dollar für Tesla entfallen etwa 120 US-Dollar auf das Geschäft mit autonomen Taxis, was rund 30 % der Gesamtbewertung entspricht. Die Bank of America zeigte sich zuvor noch optimistischer und bewertete Teslas Robotaxi-Sparte mit rund 844 Milliarden US-Dollar, was etwa der Hälfte der Unternehmensbewertung entspricht.

Percoco merkte zudem an, dass der Aktienkurs unter Druck geraten könnte, falls Tesla das Cybercab lediglich präsentiert, ohne seine aktive Flotte im Einsatz deutlich zu vergrößern. Gelingt es dem Unternehmen hingegen, den Cybercab-Einsatz in Texas in den Tagen oder Wochen nach der Veranstaltung auf 25 bis 50 oder mehr Fahrzeuge zu skalieren und schrittweise für die Öffentlichkeit freizugeben, könnte die Marktreaktion positiver ausfallen.

Jamie Meyers, Senior Analyst bei Laffer Tengler Investments, bleibt unterdessen zurückhaltend. Er geht davon aus, dass die Veranstaltung im gewohnten Präsentationsstil von Elon Musk zwar einen starken visuellen Eindruck hinterlassen dürfte, jedoch nicht genügend operative Daten liefert, um die Gewinnprognosen zu verändern. Für Anleger ist es weit wichtiger als die reine Präsentation, wann die Fahrzeuge offiziell Fahrpreise erheben, wie viele Aufträge sie täglich abwickeln können und ob Sicherheitsfahrer aus der Ferne erforderlich sind.

Kann das Cybercab Waymo mit niedrigen Kosten herausfordern?

Waymo nimmt derzeit eine führende Position auf dem US-Robotaxi-Markt ein und verfügt über umfangreiche Erfahrungen aus Tests auf öffentlichen Straßen sowie dem kommerziellen Betrieb. Der Vorteil von Tesla liegt hingegen in geringeren Fahrzeugkosten und höheren Kapazitäten für die Serienproduktion.

Schätzungen zufolge liegen die Kosten pro Cybercab-Fahrzeug bei rund 23.000 bis 25.000 US-Dollar, während mit LiDAR und anderer Hardware ausgestattete Waymo-Fahrzeuge zwischen 70.000 und 150.000 US-Dollar kosten könnten.

Tesla gab zuvor bekannt, dass der finale Zielpreis für den Cybercab bei etwa 30.000 US-Dollar liegt. Wenn Tesla nachweisen kann, dass sein rein kamerabasiertes FSD-System ohne Überwachung durch den Fahrer sicher funktioniert, könnten die Kosten für den Flottenausbau deutlich niedriger ausfallen als bei Waymo – mit dem Potenzial, rasch auf weitere Städte skaliert zu werden.

Zeitgleich mit der Enthüllung des Cybercab gab Uber (UBER) den Abbau von rund 3.300 Stellen bekannt, was 10 % der weltweiten Belegschaft entspricht. Das Unternehmen schlankt zudem seine Managementstrukturen ab und plant, mehr Ressourcen in Kerngeschäfte wie Fahrdienste, Essenslieferungen und Robotaxis zu lenken. Dies verdeutlicht, wie traditionelle Mobilitätsplattformen ihre Reaktion auf die durch autonomes Fahren ausgelösten Branchenveränderungen beschleunigen.

Der langjährige Tesla-Investor Ross Gerber sagte: „Welche Ironie – am Tag vor der Präsentation des Tesla-Robotaxis verlieren Tausende bei Uber ihren Arbeitsplatz.“ Gerber bezeichnete die betroffenen Mitarbeiter zudem als „erste Opfer des KI-Zeitalters“.

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