Gold steigt am Freitag um etwa 0,92 %, da der US-Iran-Konflikt die Energiepreise anheizte, was letztlich die Inflation erhöht und die Erwartungen verstärkt, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinssätze anheben muss. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert XAU/USD bei 4.013 USD, nachdem es ein Tagestief von 3.959 USD erreicht hatte.
Angriffe zwischen den USA und dem Iran trübten die Marktstimmung trotz der anhaltenden Erholung der US-Aktienmärkte. Nachrichtenagenturen, die eine weitere Eskalation des Krieges melden, treiben das zinslose Metall nach oben.
Axios berichtete, dass die Trump-Administration Dutzende zusätzliche Tankflugzeuge nach Israel schickt, um sich auf eine mögliche Ausweitung der Militäroperationen vorzubereiten.
Datenseitig verbesserte sich der Verbrauchervertrauensindex der University of Michigan für Juli von 50,7 auf 54, was auf niedrigere Benzinpreise an der Zapfsäule zurückzuführen ist, wie der Bericht enthüllte. Die Inflationserwartungen für ein Jahr sanken von 4,6 % im Juni auf 4,2 %, während sie für fünf Jahre stabil bei 3,3 % blieben.
Darüber hinaus zeigte sich die Präsidentin der Cleveland Fed, Beth Hammack, hawkisch und äußerte Besorgnis über die anhaltend hohe Inflation, die ganz oben auf ihrer Liste steht, und fügte hinzu, dass „die Inflation zu hoch ist.“ Hammack ergänzte, dass der Arbeitsmarkt solide sei und „die Wachstumszahlen gut und die Konsumausgaben stabil“ seien.
Am Donnerstag sagte der Fed-Vizevorsitzende Philip Jefferson, er sei offen für Zinserhöhungen, falls es keinen Fortschritt bei der Disinflation gebe.
Die Geldmärkte schätzten die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed bei der Sitzung am 28. Oktober auf fast 61 %, basierend auf Daten von Prime Terminal. Für die Juli-Sitzung wird erwartet, dass die Zentralbank die Zinsen mit einer Wahrscheinlichkeit von 76 % unverändert lässt.

Nächste Woche stehen in den USA Arbeitsmarktdaten und die S&P Global Flash PMIs auf dem Wirtschaftsprogramm, während sich Fed-Vertreter in der Blackout-Phase vor der geldpolitischen Sitzung am 29. Juli befinden.
Der Goldpreis ist bärisch ausgerichtet, da der Abwärtstrend sich trotz der Rückeroberung der 4.000-Dollar-Marke nach dem Abprall von 3.959 USD fortsetzt. Das Momentum bleibt jedoch negativ, da der Relative Strength Index (RSI) unter seinem neutralen 50er-Level bärisch ist. Dies signalisiert, dass weitere Verluste bei XAU/USD zu erwarten sind, sofern die Käufer nicht entscheidende technische Widerstandsniveaus überwinden.
Für eine bärische Fortsetzung liegt die erste Unterstützung bei der psychologischen Marke von 4.000 USD. Darunter befindet sich das Tagestief bei 3.959 USD, gefolgt von 3.900 USD. Ein Durchbruch unter letztere Marke würde das Swing-Tief vom 28. Oktober 2025 bei 3.886 USD freilegen.
Umgekehrt benötigt Bullion für eine bullische Umkehr einen Ausbruch über eine absteigende Widerstandstrendlinie zwischen 4.125 und 4.175 USD. Darüber könnte ein Test des 50-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 4.291 USD anstehen. Darüber hinaus stellt der 200-Tage-SMA bei 4.495 USD das nächste Hindernis dar, dessen Überwindung den Weg zu 4.500 USD öffnen könnte.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.