Die Dow Jones-Futures fallen um 0,65 % und notieren während der europäischen Handelszeiten am Freitag bei rund 52.440. Unterdessen sinken die S&P 500-Futures und Nasdaq 100-Futures um 0,88 % bzw. 1,69 % und handeln nahe 7.510 bzw. 28.730. Die Händler warten auf den vorläufigen Michigan Consumer Sentiment Index für Juli.
Die US-Aktien-Futures fallen, da die Händler aufgrund der eskalierenden Entwicklungen im Zusammenhang mit den Konflikten im Nahen Osten vorsichtig agieren. Reuters berichtete am Donnerstag, dass der Iran die Huthi-Miliz im Jemen angewiesen hat, bereit zu sein, die kritische Ölroute am Roten Meer zu schließen, falls die Vereinigten Staaten iranische Energieinfrastruktur angreifen, was eine neue ernsthafte Bedrohung für die weltweiten Energieversorgung darstellt. Diese Sorgen werden durch Berichte der Nachrichtenagentur Tasnim über Explosionen in Bandar Abbas, Qeshm und Ahvaz verstärkt, während in Kuwait und bis hin nach Basra sehr laute Explosionen zu hören waren.
Die Wall Street verzeichnete während der regulären Handelssitzung am Donnerstag Verluste, die hauptsächlich durch einen breit angelegten Ausverkauf bei Halbleiteraktien verursacht wurden. Der technologieorientierte Nasdaq Composite führte den Rückgang mit einem Minus von 1,4 % an, während der breitere S&P 500 und der Blue-Chip Dow Jones Industrial Average um 0,51 % bzw. 0,2 % fielen.
Die Anleger verarbeiteten zudem eine neue Welle von Unternehmensgewinnen, darunter ein Rückgang von über 9 % für Netflix im nachbörslichen Handel. Die Ergebnisse des Streaming-Giganten enttäuschten die Marktteilnehmer, die bereits wegen nachlassender Nutzerbindung und zunehmender Konkurrenz durch Kurzvideo-Plattformen besorgt waren.
Der Dow Jones Industrial Average, einer der ältesten Aktienindizes der Welt, setzt sich aus 30 der am häufigsten gehandelten US-Unternehmen zusammen. Er ist kursgewichtet, was ihm Kritik einbrachte, da er weniger repräsentativ ist als breitere Indizes wie der S&P 500.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) wird von vielen Faktoren beeinflusst. Haupttreiber sind die Unternehmensgewinne, die in den Quartalsberichten der im Index vertretenen Unternehmen offengelegt werden. Auch makroökonomische Daten aus den USA und weltweit tragen zur Anlegerstimmung bei. Zinssätze, die von der Federal Reserve festgelegt werden, haben ebenfalls Einfluss auf den DJIA, da sie die Kreditkosten beeinflussen, auf die viele Unternehmen stark angewiesen sind.
Die Dow-Theorie, entwickelt von Charles Dow, ist eine Methodik zur Identifizierung von Markttrends. Dabei wird die Richtung des Dow Jones Industrial Average (DJIA) und des Dow Jones Transportation Average (DJTA) verglichen. Beide Indizes müssen in dieselbe Richtung tendieren, um einen Trend zu bestätigen. Die Theorie unterscheidet drei Phasen: Akkumulation, öffentliche Teilnahme und Distribution.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) kann auf verschiedene Weise gehandelt werden. Eine Möglichkeit sind börsengehandelte Fonds (ETFs), die es Anlegern ermöglichen, den DJIA als einzelnes Wertpapier zu handeln, ohne Aktien aller 30 im Index enthaltenen Unternehmen zu kaufen. Ein bekanntes Beispiel ist der SPDR Dow Jones Industrial Average ETF (DIA). DJIA-Futures-Kontrakte ermöglichen es Händlern, auf den zukünftigen Wert des Index zu spekulieren, während Optionen das Recht bieten, den Index zu einem festgelegten Preis in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen. Investmentfonds bieten eine diversifizierte Anlagemöglichkeit, indem sie ein Portfolio von DJIA-Aktien abbilden.