Der Goldpreis (XAU/USD) gibt während der europäischen Handelssitzung am Mittwoch um 0,75% auf nahe 4.620 USD nach. Das Edelmetall korrigiert, da die Rally nach dem Erreichen eines neuen Drei-Monats-Hochs bei 4.697 USD am Vortag pausiert, während Anleger vor den Daten zum US-Index der persönlichen Konsumausgaben (PCE) für Juli um 12:30 GMT und den Kommentaren von Federal-Reserve-(Fed)-Chef Kevin Warsh beim Jackson-Hole-Symposium vorsichtig werden.
Die US-Kern-PCE-Inflation, die von den Vertretern der Federal Reserve (Fed) genau verfolgt wird, dürfte unverändert bei 3,3% im Jahresvergleich (YoY) geblieben sein, während die monatlichen Zahlen um 0,2% gestiegen sein sollen und damit schneller als der Juni-Wert von 0,1%.
Anleger werden den US-PCE-Inflationsdaten besondere Aufmerksamkeit schenken, um neue Hinweise auf den geldpolitischen Ausblick der Federal Reserve (Fed) zu erhalten.
Anzeichen dafür, dass der Inflationsdruck in den USA stabil bleibt, könnten die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der Fed weiter dämpfen, die in diesem Monat nach der Veröffentlichung der schwachen Nonfarm-Payrolls-(NFP)-Daten für Juli deutlich zurückgegangen waren.
Strategen bei DBS bezeichnen die bevorstehende Jackson-Hole-Keynote von Fed-Chef Kevin Warsh am Freitag, dem 28. August, als "das wichtigste Ereignis dieser Woche", betonen jedoch, dass das Treffen "eher als Glaubwürdigkeitsereignis denn als Signal für die Zinsen" gesehen werde. Sie weisen darauf hin, dass "der Rückgang der 30-jährigen Rendite in den vergangenen zwei Tagen nur eine Atempause, keine Lösung bietet", auch wenn die Entscheidung von US-Finanzminister Scott Bessent, die Rückkäufe langlaufender Anleihen auszuweiten, "darauf abzielt, die Märkte zu beruhigen". Vor diesem Hintergrund argumentiert DBS, dass "Warsh vor einer schwierigen Gratwanderung steht: Er muss die Unabhängigkeit der Fed und ihr Mandat zur Preisstabilität verteidigen und zugleich mehr Klarheit über die Reaktionsfunktion der Fed schaffen, ohne seine Präferenz für weniger Forward Guidance aufzugeben."

Im Tageschart notiert XAU/USD bei 4.621,08 USD und behält damit kurzfristig einen bullishes Bias bei, da der Spotpreis deutlich über dem 20-Perioden-Exponential Moving Average (EMA) bei 4.411,62 USD und dem 23,6%-Fibonacci-Retracement bei 4.338,71 USD liegt. Das Metall handelt zudem knapp über dem 38,2%-Retracement bei 4.580,10 USD, was darauf hindeutet, dass die Käufer nach dem jüngsten Anstieg weiterhin die Kontrolle behalten, während der Relative-Stärke-Index (RSI) bei 68,77 in die Nähe des überkauften Bereichs rückt und damit signalisiert, dass das Aufwärtsmomentum stark, aber zunehmend ausgedehnt ist.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand beim 50,0%-Fibonacci-Retracement bei 4.775,19 USD, gefolgt vom 61,8%-Niveau bei 4.970,29 USD, während höhere Hürden beim 78,6%-Retracement bei 5.248,05 USD und beim Referenzwert des Zyklushochs bei 5.601,87 USD liegen. Auf der Unterseite ist die unmittelbare Unterstützung beim 38,2%-Retracement bei 4.580,10 USD zu sehen, vor dem 20-Perioden-EMA bei 4.411,62 USD, während ein tieferer Pullback das 23,6%-Fibonacci-Retracement bei 4.338,71 USD als nächste bemerkenswerte Nachfragezone freilegen würde.
(Die technische Analyse dieser Geschichte wurde mithilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.