EUR/CAD baut seine Gewinne am dritten Handelstag in Folge aus und notiert während der europäischen Handelsstunden am Mittwoch um 1,6180. Das Währungspaar legt zu, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) angesichts fallender Rohölpreise unter Gegenwind gerät. Der Rückgang an den Ölmärkten folgt Berichten, wonach Iran und Oman Gespräche über die Einrichtung eines vorübergehenden gemeinsamen maritimen Korridors in der Straße von Hormus geführt haben. Technische Gespräche zwischen den beiden Ländern sollen fortgesetzt werden, während sie auf eine dauerhafte Vereinbarung hinarbeiten, die die Verwaltung der Meerenge, den Informationsaustausch, die Verkehrslenkung und maritime Sicherheitsdienste regeln soll.
Zusätzlich zum Druck auf die Ölpreise nehmen die diplomatischen Bemühungen in der Region Nahost parallel zu diesen maritimen Verhandlungen Fahrt auf. Der pakistanische Armeechef besuchte kürzlich Teheran, um aktive diplomatische Initiativen zu unterstützen, während Katar sein anhaltendes Engagement für Vermittlungsbemühungen bestätigte und damit die geopolitischen Angebotsrisiken in der Region weiter minderte.
Strategen bei der Danske Bank heben hervor, dass "US-Renditen und Ölpreise gestern nachgaben, wobei Brent unter 90 USD fiel, da Gerüchte aufkamen, dass es möglicherweise neue Hoffnung auf Diplomatie zwischen den USA und dem Iran geben könnte." Die Bank merkt an, dass die Kombination aus niedrigeren Treasury-Renditen und dem Rückgang bei Brent verdeutlicht, wie selbst vorsichtige Anzeichen einer erneuten Annäherung zwischen den USA und dem Iran rasch zu sinkenden Risikoaufschlägen an den Energiemärkten führen können.
Das Währungspaar EUR/CAD behauptet sich vor allem dank der starken Unterstützung für den Euro (EUR) nach den am Dienstag veröffentlichten positiven deutschen Konjunkturdaten. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das zweite Quartal wurde nach oben revidiert, was auf eine unerwartete wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit hindeutet. Zudem stieg der IFO-Geschäftsklimaindex für August auf ein Ein-Jahres-Hoch, wobei sowohl die aktuelle Geschäftsstimmung als auch die Erwartungen für die Zukunft die Markterwartungen übertrafen.
Analysten bei ING weisen darauf hin, dass sich die jüngste Serie stärkerer Daten aus dem Euroraum nun auch in der Kommunikation der EZB widerspiegelt, und merken an, dass Isabel Schnabel "angedeutet hat, dass die EZB bei der Sitzung im September die Wachstumsrisiken möglicherweise nach oben charakterisieren muss." Dieser Tonwechsel wird als Bestätigung der Erwartungen an einen zuversichtlicheren Wachstumsausblick gesehen, während die Entscheidungsträger in die geldpolitischen Sitzungen im Herbst gehen.