Der Analyst Daniel Ghali vom Finanzhaus TD Securities warnt, dass der Kupfermarkt künftig zunehmend auf Bestände aus Börsenlagern zurückgreifen muss, da sich die globalen Angebotsdefizite verschärfen. Sichtbare Lagerbestände an den Metallbörsen seien inzwischen auf rund ein Drittel der oberirdischen Vorräte gestiegen. Ein großer Teil der übrigen Bestände sei jedoch durch Chinas staatliche Reserven, betriebliche Mindestbestände sowie in den USA gebundenes Metall eingeschränkt verfügbar.
„Kupferbestände werden von nun an zunehmend aus Börsenlagern abgezogen werden. Über Jahre hinweg konnten Kupferhändler auf reichliche Lagerbestände außerhalb der Börsen zurückgreifen, um Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage auszugleichen.“
„Zum Jahresende 2023 machten die Lagerbestände an den Börsen nur 5 Prozent der weltweiten oberirdischen Kupfervorräte aus. Das spiegelte wider, dass Börsenlager traditionell als letzte Anlaufstelle gelten. Heute argumentieren wir jedoch, dass dies nicht mehr der Fall ist, da inzwischen rund 33 Prozent der oberirdischen Bestände sichtbar an den Börsen lagern.“
„Das Problem: Ein großer Teil der verbleibenden 67 Prozent ist inzwischen weitgehend gebunden – entweder durch (1) Chinas staatliches Strategic Reserve Bureau, (2) betriebliche Mindestlagerbestände oder (3) in den USA gebundene, schwer zugängliche Vorräte.“
„Ein globales Angebotsdefizit wird daher zunehmend Bestände aus den sichtbaren Börsenlagern abziehen müssen und untermauert unsere Einschätzung einer drohenden Verknappung am Kupfermarkt.“