TradingKey - Anthropic hat sich dazu verpflichtet, in den kommenden sechs Jahren 45 Milliarden US-Dollar für die Anmietung von Rechenzentrumskapazitäten des KI-Cloud-Infrastrukturanbieters Nscale auf dessen Monarch-Campus in West Virginia auszugeben. Wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten, umfasst die Vereinbarung eine Leistungskapazität von rund 460 Megawatt, was ausreicht, um den zeitgleichen Strombedarf von etwa 345.000 US-Haushalten zu decken.
Berichten zufolge plant Nscale den Einsatz von Nvidia-Vera-Rubin-Chips, um Rechenleistung für Anthropic bereitzustellen; die Chips sollen ab Ende nächsten Jahres schrittweise in Betrieb genommen werden. Als Entwickler des Chatbots Claude hat sich Anthropic in den letzten Jahren kontinuierlich frühzeitig Rechenzentrums- und KI-Chip-Ressourcen gesichert, um den steigenden Anforderungen an Modelltraining, Inferenz und kommerzielle Dienste gerecht zu werden.
Der Monarch-Campus weist eine geplante Gesamtkapazität von rund 1,35 Gigawatt auf. Nscale wird voraussichtlich etwa 71 Milliarden US-Dollar in die Entwicklung investieren, darunter rund 47 Milliarden US-Dollar für die Anschaffung von KI-Chips. Die Vereinbarung mit Anthropic deckt das erste Gebäude ab, das auf dem Campus errichtet wird, während die verbleibenden Gebäude voraussichtlich ab 2028 Rechenkapazitäten liefern werden.
Ursprünglich war geplant, dass Microsoft das Projekt anmietet; der Konzern hatte im März dieses Jahres eine Absichtserklärung mit Nscale unterzeichnet, um Kapazitäten für das geplante Rechenzentrum zu reservieren. Wie mit der Sache vertraute Personen jedoch berichten, zog sich Microsoft diesen Sommer aus dem Projekt zurück, woraufhin Anthropic als potenzieller Mieter nachrückte.
Für Nscale hilft die Absicherung von Anthropic als langfristigem Mieter bei der Finanzierung des großangelegten Rechenzentrumsausbaus sowie bei den Vorbereitungen für den Börsengang. Wie Bloomberg bereits berichtete, könnte Nscale schon im nächsten Monat einen Börsengang in den USA vollziehen und hat potenziellen Investoren kumulierte Vertragseinnahmen von rund 51 Milliarden US-Dollar offengelegt.