Das Währungspaar GBP/USD legt zu Beginn einer neuen Woche leicht zu und macht einen Teil der heftigen Verluste vom Freitag auf ein mehr als einwöchiges Tief wieder wett. Die Spotpreise fehlen jedoch an bullischer Überzeugung und handeln während der asiatischen Sitzung unterhalb der mittleren 1,3500er-Marke, was zur Vorsicht mahnt, bevor bestätigt werden kann, dass der jüngste Pullback vom Anfang dieses Monats erreichten höchsten Stand seit Februar seinen Lauf genommen hat.
Der US-Dollar (USD) pausiert nach dem starken Anstieg vom Freitag auf ein fast zweiwöchiges Hoch im Zuge von Monatsend-Umschichtungen und wirkt als Rückenwind für das Währungspaar GBP/USD. Das Britische Pfund (GBP) hingegen erhält Unterstützung durch die Betonung von Finanzminister John Healey auf der Wahrung fiskalischer Disziplin als oberste Priorität für die Regierung von Premierminister Andy Burnham vor dem Herbstbudget am 28. Oktober.
Unterdessen haben Händler die Erwartungen für die nächste Zinserhöhung der Bank of England (BoE) von Ende 2026 auf 2027 nach hinten verschoben. Im Gegensatz dazu haben die Äußerungen des Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), Kevin Warsh, am Freitag die Marktwetten auf eine Zinserhöhung im September erhöht. Dies dürfte zusammen mit dem Risiko einer erneuten Eskalation der Spannungen zwischen den USA und dem Iran die Verluste für den sicheren Hafen Dollar begrenzen und das Währungspaar GBP/USD deckeln.
In den jüngsten Entwicklungen rund um die Nahost-Krise haben US-Streitkräfte zwei iranische Abschussrampen auf der Insel Larak im Iran angegriffen. Der Iran reagierte mit dem Abschuss ballistischer Raketen aus Teheran, Lorestan, Karaj, Khorramabad und Shiraz sowie von Anti-Schiffs-Marschflugkörpern aus dem Süden des Iran in Richtung der Straße von Hormus. Dies veranlasst Händler dazu, die geopolitische Risikoprämie erneut einzupreisen und begünstigt die USD-Bullen.
Der wichtigste Fokus dieser Woche wird auf wichtigen US-Makrodaten liegen, die zu Beginn eines neuen Monats veröffentlicht werden, darunter die monatlichen US-Arbeitsmarktdaten – allgemein bekannt als Nonfarm Payrolls (NFP) Bericht am Freitag. In der Zwischenzeit deutet der fundamentale Hintergrund darauf hin, dass der Weg des geringsten Widerstands für den USD nach oben führt, und mahnt zur Vorsicht, bevor bullische Wetten auf das Währungspaar GBP/USD platziert werden.
Das Währungspaar GBP/USD bewegt sich zwischen gebündelten Fibonacci-Unterstützungen und dem nahegelegenen Widerstand durch den gleitenden Durchschnitt, was auf einen neutralen kurzfristigen Bias hindeutet. Der 100-Perioden Simple Moving Average (SMA) auf dem 4-Stunden-Chart bei 1,3559 begrenzt derzeit das Aufwärtspotenzial, während das 23,6%-Fibonacci-Retracement bei 1,3579 eine obere Barriere knapp oberhalb der aktuellen Konsolidierungszone verstärkt.
Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung beim 38,2%-Fibo.-Retracement bei 1,3521, vor tieferen strukturellen Unterstützungen beim 50,0%-Retracement bei 1,3474 und dem 61,8%-Niveau bei 1,3427, während das 78,6%-Retracement bei 1,3360 eine weiter entfernte Basis markiert.
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Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.