Die Bank of Korea (BoK) hat den Leitzins zum zweiten Mal in Folge um 25 Basispunkte auf 3,0 Prozent angehoben und signalisiert eine weiterhin straffe Geldpolitik. Wie Commerzbank-Experte Charlie Lay berichtet, stützt dies den südkoreanischen Won nach dessen kräftiger Aufwertung seit Juni. Kurzfristig rechnet die Bank zwar mit einer Zinspause, sieht bei anhaltend robustem Wachstum und hartnäckiger Kerninflation aber Spielraum für eine weitere Anhebung auf 3,25 Prozent. Der USD/KRW-Kurs dürfte sich zunächst in einer Spanne zwischen 1.360 und 1.400 einpendeln.
„Mit Blick nach vorn hält die BoK an ihrer Straffungstendenz fest. Nach der kumulierten Anhebung um 50 Basispunkte seit Juli dürfte sich das Tempo weiterer Zinsschritte allerdings verlangsamen.“
„Die Ergebnisse zeigen, dass von den 21 Prognosepunkten zehn bei 3,25 Prozent, sechs bei 3,50 Prozent und fünf bei 3,00 Prozent liegen. Gouverneur Shin wies darauf hin, dass der Median damit auf eine weitere Zinserhöhung um 25 Basispunkte in den kommenden sechs Monaten hindeutet.“
„Wir gehen daher davon aus, dass die BoK bei ihrer nächsten Sitzung zunächst eine Pause einlegt, um die Auswirkungen der beiden aufeinanderfolgenden Zinserhöhungen zu bewerten. Sollte das Wachstum robust bleiben und der zugrunde liegende Inflationsdruck anhalten, besteht anschließend weiterhin Spielraum, den Leitzins auf 3,25 Prozent anzuheben.“
„Für den Won sind die Entscheidung und die weiterhin auf Straffung ausgerichtete Geldpolitik positiv. Nach der jüngsten kräftigen Aufwertung der Währung dürfte die Geldpolitik allerdings nicht mehr der wichtigste Kurstreiber sein. USD/KRW fiel nach der Entscheidung von 1.385 auf rund 1.378, nachdem der Kurs im Juni noch bei über 1.560 gelegen hatte.“
„Ein hoher Außenhandelsüberschuss, geringere Kapitalabflüsse über die Finanzbilanz und eine restriktive BoK sprechen für den Won. Angesichts der Stärke der jüngsten Bewegung dürfte sich die weitere Aufwertung jedoch verlangsamen. Seit Ende Juni hat der Won gegenüber dem US-Dollar um 12 Prozent zugelegt. Kurzfristig rechnen wir daher mit einer Konsolidierung von USD/KRW in einer Spanne zwischen 1.360 und 1.400.“
„Gouverneur Shin erklärte, dass der Won trotz der jüngsten Rally im historischen Vergleich weiterhin schwach sei und noch Spielraum für eine weitere Aufwertung bestehe. Eine vorbeugende Straffung der Geldpolitik trage dazu bei, die Stabilität der Währung zu unterstützen. Die BoK erwartet, dass Südkoreas Leistungsbilanzüberschuss 2026 dank außergewöhnlich starker Halbleiterexporte einen Rekordwert von 450 Milliarden US-Dollar erreichen wird.“