AUD/JPY handelt am Freitag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung um 110,50 und verzeichnet damit ein moderates Minus von 0,04 % im Tagesverlauf. Das Paar bleibt insgesamt stabil, da sowohl der Australische Dollar (AUD) als auch der Japanische Yen (JPY) von den wachsenden Erwartungen einer geldpolitischen Straffung durch ihre jeweiligen Zentralbanken profitieren.
Der australische Wirtschaftskalender bleibt am Freitag leer, sodass sich Anleger auf die jüngsten hawkischen Kommentare von Vertretern der Reserve Bank of Australia (RBA) konzentrieren. Diese Äußerungen haben die Erwartungen an höhere Zinssätze verstärkt, wobei die Märkte nun bis Ende 2027 mit einer zusätzlichen Straffung um rund 50 Basispunkte rechnen, was den Leitzins auf etwa 4,85 % bringen würde, den höchsten Stand seit 2008.
RBA-Assistent-Gouverneurin Sarah Hunter sagte am Dienstag, dass die Zentralbank die Zinsen möglicherweise erneut anheben müsse, wenn sich die Inflation hartnäckiger als erwartet erweise. Ihre Kommentare halten die Möglichkeit einer weiteren Zinserhöhung bei der Sitzung im September aufrecht.
Auch RBA-Vizegouverneur Andrew Hauser schlug einen hawkischen Ton an und sagte, dass die Inflation für die australische Wirtschaft weiterhin „ein großes Problem“ sei. Hauser fügte hinzu, dass die Zentralbank bereit sei, die Zinsen weiter anzuheben, wenn sie dies für notwendig halte.
Vor diesem Hintergrund sehen die Märkte laut dem RBA Rate Tracker nun eine 72%ige Wahrscheinlichkeit, dass die RBA ihren Official Cash Rate (OCR) bei ihrer nächsten Sitzung auf 4,6 % anheben wird, gegenüber 54 % zu Monatsbeginn. Diese Erwartungen könnten dazu beitragen, den Abwärtsdruck auf den Australischen Dollar zu begrenzen.
Auf japanischer Seite stärken die am Freitag veröffentlichten Daten ebenfalls die Argumente für eine weitere geldpolitische Straffung durch die Bank of Japan (BoJ). Der Erzeugerpreisindex (PPI) stieg im August im Jahresvergleich um 7,6 %, nach einem Anstieg von 7,7 % im Juli und übertraf damit die Markterwartungen eines stärkeren Rückgangs auf 7,4 %.
Der japanische Yen bleibt daher durch die wachsenden Erwartungen einer aggressiveren geldpolitischen Straffung durch die BoJ gestützt. Auch die anhaltende Auflösung von Carry Trades und die verstärkte Kapitalrückführung stützen die japanische Währung.
Das Aufwärtspotenzial des JPY bleibt jedoch durch den starken Anstieg der Ölpreise begrenzt. Der anhaltende Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten (US) und dem Iran ohne Anzeichen einer Deeskalation hält die globalen Inflationsrisiken erhöht und belastet die allgemeine Marktstimmung.
Im Tageschart handelt AUD/JPY bei 110,49 und behält damit einen kurzfristig bärischen Ton bei, da der Kurs sowohl unter dem 200-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 110,92 als auch unter dem 100-Tage-SMA bei 113,05 liegt. Diese Anordnung der gleitenden Durchschnitte über dem Kurs deutet darauf hin, dass Erholungen wahrscheinlich auf Angebot stoßen werden, während der Relative Strength Index (14) um 31 darauf hindeutet, dass das Abwärtsmomentum überdehnt ist, sich aber noch nicht im klar überverkauften Umkehrbereich befindet.
Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung bei der jüngsten horizontalen Untergrenze nahe 109,24, vor einer stärkeren Basis um 107,70, falls der Verkaufsdruck wieder zunimmt. Auf der Oberseite ist der 200-Tage-SMA bei 110,92 die erste Hürde, die die Bullen zurückerobern müssten, um den unmittelbaren Druck zu verringern, wobei sich der weitere Widerstand am 100-Tage-SMA nahe 113,05 und anschließend an der weiter entfernten horizontalen Begrenzung um 115,00 befindet.
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