Der Goldpreis (XAU/USD) gibt am Donnerstag nach, da die Spannungen zwischen den USA und dem Iran hoch bleiben, während Israel und Libanon sich auf Gespräche vorbereiten, wobei beide Botschafter in den USA im Weißen Haus mit Präsident Donald Trump zusammentreffen sollen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert XAU/USD bei 4.716 USD, ein Rückgang um 0,48 %, nachdem ein Tagestief von 4.664 USD erreicht wurde.
Die Schlagzeilen aus dem Nahen Osten reißen nicht ab, da die israelische Presse berichtete, dass der Parlamentspräsident Irans, Mohammad Bagher Ghalibaf, aus dem Verhandlungsteam zurückgetreten ist und dabei auf zunehmende Einmischung der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) verwies. Nachrichten von Al Arabiya berichteten, dass Israel in Erwartung einer möglichen Wiederaufnahme des Krieges bis Ende der Woche in Alarmbereitschaft ist.
Unterdessen bleibt die Straße von Hormus geschlossen, da die USA und der Iran weiterhin Schiffe beschlagnahmen. Kürzlich stiegen die WTI-Rohölpreise aufgrund der Schlagzeile über Ghalibafs Rücktritt, während das Edelmetall seine Verluste in der Nähe von 4.700 USD ausweitet.
In der Zwischenzeit zeigten US-Wirtschaftsdaten, dass die Zahl der Amerikaner, die Arbeitslosenunterstützung beantragen, um 214.000 gestiegen ist und damit die Prognosen von 212.000 übertraf.
Gleichzeitig expandierte die Geschäftstätigkeit in den USA, wie die S&P Global Flash-EMIs für April zeigten. Der S&P Global Manufacturing PMI stieg von 52,3 auf 54, während der Services PMI von 49,8 auf 51,3 zulegte, beide über den Erwartungen.
Die Rendite der US-Treasury-Anleihe mit zehn Jahren Laufzeit steigt um fast 4,5 Basispunkte auf 4,349 %, was für das gelbe Metall ein Gegenwind ist und es auf ein Acht-Tage-Tief sinken lässt.
Hohe Energiepreise veranlassen die Anleger, Zinserhöhungen durch globale Zentralbanken einzupreisen. Zu Beginn des Jahres 2026 erwartete der Swaps-Markt mindestens zwei Zinssenkungen um 25 Basispunkte durch die Federal Reserve. Bislang rechnen sie damit, dass die US-Notenbank die Zinsen unverändert lässt und die erste Zinssenkung auf die Sitzung im Juli 2027 verschiebt, wie die Implied Forward Rates-Kurve von Prime Terminal zeigt.

In den USA werden Händler die endgültige Revision des University of Michigan Consumer Sentiment Index für April im Blick behalten.
Gold verzeichnet Verluste und steht kurz davor, die Marke von 4.700 USD sowie wichtige dynamische Unterstützungsniveaus, darunter die 100- und 20-Tage Simple Moving Averages (SMAs) bei jeweils 4.723 und 4.706 USD, zu durchbrechen.
Der Relative Strength Index (RSI) ist weiter in den bärischen Bereich gefallen, was darauf hindeutet, dass die Verkäufer an Schwung gewinnen.
Wenn XAU/USD die Marke von 4.650 USD durchbricht, werden weitere Verluste erwartet, wobei der nächste interessante Bereich bei 4.600 USD liegt. Ein Durchbruch darunter würde das Tageshoch vom 26. Dezember freilegen, das nun als Unterstützung bei 4.549 USD dient.
Für eine bullishe Fortsetzung muss Gold über den 100-Tage-SMA und die Marke von 4.800 USD klettern. Darüber wäre der nächste wichtige Widerstand der 50-Tage-SMA bei 4.876 USD, gefolgt von 4.900 USD.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.