USD/IDR legt am Freitag im asiatischen Handel den zweiten Tag in Folge zu und notiert um 17.660. Das Paar gewinnt an Wert, da die Indonesische Rupiah (ID) mit anhaltenden fiskalischen Sorgen zu kämpfen hat. Als Netto-Ölimporteur sieht sich Indonesien durch die hohen Ölpreise mit zunehmendem Druck auf den Haushalt konfrontiert. Darüber hinaus bleiben die inländischen Preisdrucke trotz der Bemühungen der Regierung, die Volatilität der Lebensmittelpreise einzudämmen, eine Herausforderung, nachdem die jährliche Inflation im August auf 3,19% gestiegen ist.
Analysten bei MUFG stellen fest, dass sich bislang "die Märkte für Asien-FX und Zinsen recht ruhig" verhalten haben, trotz des deutlichen Anstiegs der Renditen von US-Staatsanleihen. Sie warnen jedoch, dass "angesichts der jüngsten Markttreiber die Wahrscheinlichkeit besteht, dass diese Widerstandsfähigkeit zumindest kurzfristig nicht anhalten könnte", was darauf hindeutet, dass die derzeitige Ruhe bei den regionalen Währungen und Zinsen schwer aufrechtzuerhalten sein könnte, wenn die US-Renditen erhöht bleiben.
Unterdessen gewinnt der US-Dollar (USD) aufgrund der zunehmenden Erwartungen an eine Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) im September an Boden. Laut dem CME FedWatch Tool preisen die Märkte derzeit eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 72% für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte in der kommenden Woche ein, deutlich mehr als die 61% vor der jüngsten Veröffentlichung der Daten zum Erzeugerpreisindex. Anleger warten zudem gespannt auf den bevorstehenden US-Verbraucherpreisindex-Bericht, der diese Erwartungen einer geldpolitischen Straffung weiter untermauern könnte.
Diese Stärke des Greenback folgt auf den Bericht des US Bureau of Labor Statistics vom Donnerstag, der zeigte, dass der Erzeugerpreisindex im August auf Jahresbasis um 5,4% gestiegen ist. Dieser Wert legte gegenüber dem Anstieg von 4,8% im Juli zu und übertraf die Analystenschätzungen von 5,3%. Auf Monatsbasis entsprach der EPI mit einem Anstieg von 0,4% den Erwartungen, während der Kern-EPI um 0,2% zulegte und damit leicht unter den ersten Schätzungen lag.
Auf der Tages-Chart notiert USD/IDR bei 17.660 und behält eine gedeckelte, bärische Tendenz bei, da der Kassakurs unter den exponentiellen gleitenden Durchschnitten sowohl kurz- als auch mittelfristig bleibt. Der neunperiodige Exponential Moving Average (EMA) bildet unmittelbar darüber den ersten Widerstand, während der 50-periodige EMA eine breitere Oberseite-Barriere verstärkt, die das Paar in den jüngsten Sitzungen nicht zurückerobern konnte. Der 14-Tage Relative Strength Index (RSI) bei 40 bleibt unter der neutralen 50-Linie und deutet darauf hin, dass der Abwärtsdruck anhält, auch wenn sich das Tempo der Verkäufe verlangsamt hat.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand beim neunperiodigen EMA um 17.664, und ein Tagesschluss über diesem Niveau wäre erforderlich, um die höhere Deckelung beim 50-periodigen EMA nahe 17.802 herauszufordern. Da unterhalb des Kassakurses in den vorliegenden Daten keine klaren Unterstützungen durch gleitende Durchschnitte oder strukturelle Unterstützungen identifiziert wurden, würde ein erneuter Rückgang Händler dazu veranlassen, frühere Tiefs und die intraday Kursentwicklung auf mögliche Nachfragezonen zu beobachten, bis das Paar eine nachhaltige Erholung zurück über die nahe EMA-Cluster erzwingen kann.
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Die Begriffe „Risk-on“ und „Risk-off“ beschreiben die Risikobereitschaft der Anleger. In einer „Risk-on“-Phase sind Investoren bereit, in risikoreichere Anlagen zu investieren, während sie in einer „Risk-off“-Phase sicherere Anlagen bevorzugen.
In „Risk-on“-Phasen steigen die Aktienmärkte, und auch Rohstoffe – abgesehen von Gold – gewinnen an Wert, da sie von einem positiven Wachstumsausblick profitieren. Währungen von rohstoffexportierenden Ländern sowie Kryptowährungen legen zu. In „Risk-off“-Zeiten gewinnen Staatsanleihen an Wert, Gold steigt, und sichere Währungen wie der Japanische Yen, der Schweizer Franken und der US-Dollar werden bevorzugt.
Währungen von rohstoffreichen Ländern wie Australien, Kanada und Neuseeland profitieren in Phasen der Risikobereitschaft („Risk-on“), da Rohstoffe in Zeiten wirtschaftlicher Expansion tendenziell im Preis steigen.
Die Währungen, die in Phasen von „Risk-off“-Stimmungen typischerweise an Wert gewinnen, sind der US-Dollar (USD), der japanische Yen (JPY) und der Schweizer Franken (CHF). Der US-Dollar profitiert in Krisenzeiten von seiner Rolle als Weltreservewährung, da Investoren vermehrt US-Staatsanleihen kaufen, die als besonders sicher gelten. Dies liegt daran, dass es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass die größte Volkswirtschaft der Welt zahlungsunfähig wird. Der Yen verzeichnet durch die hohe Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen Zuwächse, da ein Großteil dieser Anleihen von inländischen Investoren gehalten wird, die selbst in Krisenzeiten kaum Verkaufsdruck erzeugen. Der Schweizer Franken wird aufgrund strenger Bankgesetze, die den Kapitalschutz verbessern, als sicherer Hafen betrachtet.