Chinas Wirtschaft hat im dritten Quartal 2026 wieder etwas an Dynamik gewonnen. Nach Einschätzung der Analysten von HSBC stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 4,5 Prozent, gestützt durch eine stärkere Wirtschaftsaktivität im September. Die schwache Binnennachfrage und die verhaltene Investitionstätigkeit bremsen die Entwicklung jedoch weiterhin. Während sich der Exportsektor und die Hochtechnologiebranchen robust zeigen, verläuft die Erholung des privaten Konsums zunehmend uneinheitlich. Zugleich zeichnet sich ein neuer Preisauftrieb ab, der vor allem von steigenden Kosten ausgeht. Die Analysten erwarten deshalb, dass die chinesische Regierung 2026 eher auf gezielte fiskalpolitische Maßnahmen als auf breit angelegte Konjunkturprogramme setzen wird.
„Das Wirtschaftswachstum in China hat sich im dritten Quartal auf 4,5 Prozent beschleunigt, nachdem es im zweiten Quartal noch bei 4,3 Prozent gelegen hatte. Die jüngsten Konjunkturdaten zeigen allerdings, dass die Binnenwirtschaft weiterhin mit erheblichen Belastungen zu kämpfen hat. Demgegenüber erweisen sich die Hochtechnologiebranchen und der Außenhandel als vergleichsweise widerstandsfähig. Besonders auffällig und schwer zu erklären ist der Rückgang der Anlageinvestitionen.“
„Beim privaten Konsum zeigt sich eine zunehmend K-förmige Entwicklung, bei der sich einzelne Bereiche unterschiedlich entwickeln. Die politischen Entscheidungsträger wenden sich deshalb immer stärker von kurzfristigen, konjunkturellen Maßnahmen zur Stützung des Verbrauchs ab. Stattdessen rücken die tiefer liegenden strukturellen Probleme der Binnenwirtschaft in den Mittelpunkt, wie die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) bereits am 13. April deutlich gemacht hat.“
„Zu den geplanten Maßnahmen zur Stärkung der Haushaltseinkommen und des Verbrauchervertrauens gehören der Ausbau öffentlicher Dienstleistungen, eine breitere soziale Absicherung sowie eine stärkere Einbindung von Wanderarbeitern in das neue Urbanisierungsmodell. Diese Schritte dürften mittelfristig bis langfristig dazu beitragen, die Erholung des privaten Konsums auf eine tragfähigere Grundlage zu stellen.“
„Trotz der jüngsten Abschwächung scheint China weiterhin auf Kurs zu sein, um sein Wachstumsziel für dieses Jahr zu erreichen. Dadurch könnte der Spielraum für zusätzliche, breit angelegte Konjunkturmaßnahmen im Jahr 2026 begrenzt bleiben.“